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Tests können möglichen Verlauf bislang benigner MS prognostizieren

NEW YORK (Reuters Health) – Bei Patienten mit scheinbar benigner Multipler Sklerose können neuropsychologische Tests und MRT-Untersuchungen die weitere Entwicklung der Erkrankung prognostizieren. Deshalb sollten MS-Patienten routinemäßig auch neuropsychologisch untersucht werden, rät eine aktuelle Studie in der Zeitschrift Neurology.

In einer E-Mail-Nachricht an Reuters Health erklärte Dr. Maria Pia Amato von der Universität Florenz: "Eine kurze und standardisierte Untersuchung der kognitiven Leistung, die routinemäßig durchgeführt wird, und eine MRT-Untersuchung können Ärzten helfen, die kurzfristige Entwicklung der Erkrankung vorherzusagen und eine Therapieentscheidung für Patienten mit bislang gutartigem und inaktivem Krankheitsverlauf zu fällen."

Amato und Kollegen hatten 63 Patienten mit benigner MS, die nach mindestens 15-jähriger Krankheitsdauer einen EDSSDie EDSS (Expanded Disability Status Scale), auch als Kurtzke-Skalasiehe EDSS bekannt, ist eine Skala zur Erfassung von neurologischen Ausfällen. Dabei werden die Stufen 0-10 unterschieden: Die Stufe 0 entspricht keiner Behinderung. Es werden insbesondere die Gehfähigkeit sowie acht weitere Funktionssysteme bewertet, z.B. bedeutet EDSS 2.0 leichte Behinderung in einem funktionellen System, EDSS 4.0 gehfähig ohne  Hilfe und Ruhepause für mindestens 500m und während 12 Stunden aktiv trotz relativ schwerer Behinderung. EDSS 6.0 bedeutet gehfähig für etwa 100m mit einseitiger oder zeitweiliger Unterstützung (Gehhilfe). Auf Stufe 9 ist der Betroffene hingegen vollständig pflegebedürftig. 10 bedeutet Tod durch MS. Eine detaillierte Übersicht zum EDSS finden Sie auf der Seite der DMSG.-Wert von höchstens 3 hatten, neuropsychologischen und magnetresonanztomographischen Untersuchen unterzogen.

Bei Patienten, die nach weiteren fünf Jahren einen EDSS-Wert unter 3,5 hatten, gingen die Forscher weiterhin von einem benignen Krankheitsverlauf aus. Als nicht länger gutartig stuften die Forscher die MS von Patienten ein, die in dieser Zeit einen sekundär progredienten Krankheitsverlauf oder einen EDSS-Wert größer 4 entwickelten. Dies war bei 29 Prozent der Studienteilnehmer nach fünf Jahren der Fall.

Im statistischen Modell war das Risiko für eine Krankheitsprogression hin zu einem nicht mehr benignen Verlauf signifikant mit einem männlichen Geschlecht, der Zahl der missglückten neuropsychologischen Tests und der Zahl T1-gewichteter Gehirnläsionen verknüpft. "Die Genauigkeit der Prognose betrug dabei insgesamt 82 Prozent", erklärte Amato.

"Generell unterstreichen unsere Ergebnisse, dass die Aussagefähigkeit von Untersuchungen der motorischen Funktion als einzigem Maß für MS-bedingte Behinderungen begrenzt ist, und zeigen die Notwendigkeit einer Routineuntersuchung der kognitiven Leistung."

Auch in einem Kommentar zur Studie betonen dessen Autoren, dass die Ergebnisse "die Notwendigkeit einer umfassenderen Untersuchung von MS-Patienten mit einem scheinbar benignen Krankheitsverlauf und den Forschungsbedarf in diesem Bereich aufzeigen".

Quelle: E. Portaccio et al.: Neurology 2009; 73: 498-503.


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