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Tierisch gute Therapeuten

Für Menschen mit Multipler Sklerose haben nicht nur Pferde einen therapeutischen Nutzen. Auch das Zusammenleben mit einem Haustier kann sich positiv auswirken.

„Tiere sind die besten Freunde. Sie stellen keine Fragen und kritisieren nicht“, sagte der Schriftsteller Mark Twain. Der beste Freund des Menschen war lange Zeit der Hund – bis die Katze Platz eins der beliebtesten Haustiere übernahm. Heute leben in Deutschland 11,5 Millionen Katzen, 6,9 Millionen Hunde und etwa 3 Millionen Zwergkaninchen. Ein Haustier ist für viele Menschen eine Bereicherung.

Tiere sind vielseitige Therapeuten, die beispielsweise in der Altenpflege, bei traumatisierten Menschen oder verhaltensgestörten Kindern wertvolle Dienste leisten. Hunde sind begabte Assistenten. Mit einer speziellen Ausbildung ermöglichen sie erblindeten Menschen ein eigenständiges Leben. Diabetikerwarnhunde können eine drohende Unterzuckerung erschnüffeln, lange bevor ihr Besitzer es selbst bemerkt. Sogar einige Krebsarten können Hunde wittern. Servicehunde unterstützen Menschen mit Bewegungseinschränkung oder Behinderung im Alltag. Auf Kommando apportieren sie benötigte Dinge, öffnen und schließen Türen oder bellen in Notsituationen Hilfe herbei.

Ein Haustier – ja oder nein?
Ja! Denn wer sein Tier streichelt, streichelt die eigene Psyche. Egal ob Hund, Katze oder Meerschweinchen – schon die Anwesenheit eines Tieres wirkt sich beruhigend auf den Menschen aus und senkt seinen Blutdruck. Das Streicheln des Fells kann Schmerzen lindern, Stress minimieren und die Stimmung aufhellen. Tiere lenken ab. Weil sie ihren Menschen brauchen, motivieren sie ihn, sich nicht „hängen“ zu lassen. Und sie sind ein ergiebiges Gesprächsthema, das den Kontakt zu anderen erleichtert.

Grundsätzlich gibt es für Menschen mit Multipler Sklerose keine Einschränkung bei der Wahl eines Haustiers, solange das Tier artgerecht betreut werden kann. Aber vor der Anschaffung sollte man sich grundsätzliche Gedanken machen. Wie viel Zeit- und Versorgungsaufwand verlangt das Tier? Bin ich den Anforderungen des Tieres körperlich gewachsen? Kann zur Not jemand einspringen? Möchte ich ein Streicheltier? Möchte ich es lieber beobachten?

Der Hund – ein bewegungsfreudiger Kumpel
Hunde sind treue Freunde und gute Weggenossen. Weil sie regelmäßig Gassi gehen müssen, kommen Frauchen oder Herrchen immer an die frische Luft – ideal für Menschen mit Multipler Sklerose, die von regelmäßiger Bewegung profitieren. Die vorbehaltlose Liebe eines Hundes, seine Aufmerksamkeit und sein spontanes Wesen stabilisieren die Psyche und mildern depressive Symptome. Und – wie schon erwähnt – ein Servicehund ist eine alltagstaugliche Unterstützung. Zudem lässt sich mit einem Hund an der Leine leicht ein Gespräch mit anderen Hundehaltern anknüpfen.

Hunde eignen sich für jeden, der bereit und in der Lage ist, sich mit dem Tier zu beschäftigen, mit ihm zu spielen und ihm ausreichend Bewegung zu verschaffen. Für Berufstätige mit Vollzeitjob sind sie ungeeignet. Ein Hund sollte weder den ganzen Tag allein zu Hause sein noch im Büro unter dem Tisch liegen.

Die Katze – unaufdringliche Seelentrösterin
Für Berufstätige und Menschen, die nicht regelmäßig mit einem Hund rausgehen können, sind Katzen eine gute Wahl. Sie sind unabhängiger, aber nicht minder liebenswert. Allerdings sollten auch Katzen nicht den ganzen Tag alleine in der Wohnung sein, denn sie sind intelligent und brauchen Abwechslung. Obwohl sie immer eine gewisse Distanz wahren, sind sie durchaus in der Lage, ihren Menschen zu „lieben“. Sie suchen seine Nähe, freuen sich über seine Rückkehr, streichen um seine Beine und genießen seine Streicheleinheiten. Eine Katze, die sich schnurrend auf dem Schoß zusammenrollt, hat eine beruhigende Wirkung. Viele Katzenbesitzer schildern außerdem die sehr sensible Wahrnehmung ihres Stubentigers und fühlen sich bei einem Stimmungstief getröstet.
Da Katzen den Tag recht entspannt verbringen, viel schlafen und als Freigänger gut alleine zurechtkommen, sind sie unaufdringliche Mitbewohner, die sich auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gut eignen.

Wellensittiche, Meerschweinchen & Co. – Freundschaft auf Distanz
Wer kein Kuschel- oder Streicheltier, sondern einfach nur tierische Gesellschaft möchte, hat vielleicht Spaß an Wellensittichen. Als Schwarmtiere sollten die bunten Vögel nie alleine gehalten werden, aber gerade die Beobachtung ihres Sozialverhaltens ist so interessant. Manchmal werden sie so zutraulich, dass sie auf den Finger kommen. Meerschweinchen sind Sippentiere, die sich nicht für die Einzelhaltung eignen. Sie sind in ihrer Gruppe gesellig, kontakt- und bewegungsfreudig – sie brauchen ein ausreichend großes, abwechslungsreiches Gehege mit vielen Rückzugsmöglichkeiten. Sie suchen die Nähe zum Menschen nicht unbedingt, sind gestresst, wenn sie herumgetragen werden, und fühlen sich unter ihresgleichen am wohlsten. Kaninchen sind ebenfalls Gruppentiere, die am besten mehrere Artgenossen und viel Auslauf brauchen. Kaninchen sind zwar Fluchttiere, gewöhnen sich aber schnell an ihren Menschen und werden handzahm.

Das Aquarium – farbenfroher Ruhepol
Im Mikrokosmos ihrer Unterwasserwelt schweben die Fische. Das leise Plätschern der Pumpe, die verschiedenen Farben und Formen der einzelnen Arten und die lautlosen Bewegungen haben einen sehr beruhigenden Effekt. Ein Grund, warum in Arztpraxen oft ein Aquarium steht. Aquarien sind ein ideales Hobby für Menschen, die sich an der Beobachtung von Tieren erfreuen wollen, ohne sich jeden Tag intensiv mit ihnen beschäftigen zu müssen. Allerdings muss man sich vor der Anschaffung ausführlicher mit dem Thema befassen, damit Bewohner, Einrichtung und Pflanzen zusammenpassen. Die faszinierende Welt des Aquariums steigert die Lebenszufriedenheit und fördert eine kontemplative Haltung.

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