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Tina Danner ist nicht zu bremsen

"Alle Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben, ihnen zu folgen", ist ein Zitat von Walt Disney und das Motto von Tina Danner. Seit 2003 lebt sie mit der Diagnose MS und lässt sich dadurch nicht bremsen. Ein Jahr vor ihrer Diagnose lief sie ihren ersten Marathon und hat seitdem das Laufen als Passion für sich entdeckt. Sie beließ es nicht bei einem einfachen Marathon und suchte sich eine größere Herausforderung: 2012 lief sie einen Ultramarathon über 73 Kilometer. Die Strecke von Eisenach nach Schmiedefeld (Rennsteig) bewältigte sie als 132. von über 2.000 Läufern. "Geht nicht, gibt’s nicht", sagt sie und schaffte mit dieser Einstellung ihren 73 Kilometer-Lauf in 8 Stunden und 41 Minuten.


Erst kurz bevor bei Ihnen Multiple Sklerose festgestellt wurde, haben Sie begonnen, Marathon zu laufen. Wie hat sich diese Diagnose auf Ihre Leidenschaft zu diesem Sport ausgewirkt?
Ich habe keine sportlichen Ambitionen. Für mich ist es jedes Mal ein Erfolg anzukommen. Früher wollte ich immer die Nr. 1 sein – heute genieße ich vielmehr das Ankommen. Der Sport hat mir die Kraft gegeben. Ich habe eine tolle Laufgruppe, die mich unterstützt und ich hatte immer ein Ziel. Gut anfangs, nach der Diagnose habe ich eine lange Pause eingelegt. Nach meinem ersten Marathon 2002 bin ich erst wieder 2005 in Berlin gestartet.

Nicht nur MS-Betroffenen wird geraten, regelmäßig etwas für die körperliche Leistungsfähigkeit zu tun. Aber 73 km! – das stellt jeden guten Sportler in den Schatten – haben Sie niemals Angst, sich zu überfordern?
Nein, solange ich mich gut fühle, mache ich auch weiter! Ich versuche immer, auf meinen Körper zu hören. Wenn es mir nicht so gut geht, muss ich mich dann auch mal bremsen, aber es treibt mich immer wieder an. Auch bei FatigueTypisches MS-Symptom: Es zeichnet sich durch sehr schnelle Ermüdbarkeit sowie körperliche und geistige Erschöpfbarkeit des Betroffenen aus. hilft mir der Sport, immer wieder hoch zu kommen.

Wie bereiten Sie sich auf einen Marathon oder Ultramarathon vor?
Mit meiner Laufgruppe genieße ich es, laufen zu gehen. Es ist ein gemütliches Laufen mit anschließendem Kaffeetrinken – könnte man sagen.
Als Vorbereitung zu dem Ultramarathon am Rennsteig sind wir jeden Monat also im Februar, März und April, jeweils einen Marathon gelaufen – als Training.

Wie teilen Sie während des Laufs ihren Energiehaushalt ein?
Ich hab mein "schlechtes Gewissen" immer dabei. Dabei orientiere ich mich an einem besonders guten Läufer in unserer Gruppe. Er achtet stets darauf, dass die Gruppe ein für alle angenehmes Tempo läuft, bzw. der Einzelne (z.B. bei Wettkämpfen) sein Leistungsniveau nicht überschreitet. So hat bisher der Energiehaushalt immer ausgereicht – ansonsten geht man eben mal einen Abschnitt. Den Rennsteig bin ich z. B. mit einem guten Freund gelaufen und es hat so gut geklappt, dass ich sogar viel schneller war als geplant (nämlich eine gute Stunde schneller). Und…. Ich hatte den ganzen Lauf über ein Lächeln im Gesicht – weil es einfach so gut getan hat!

Wie fühlen Sie sich nach solch einem Lauf?
Es ist ein unglaubliches Gefühl – die Endorphine überschlagen sich! Ganz besonders nach dem Rennsteig – ein Gefühl, das ich nie vergessen werde. Ich hätte v. a. nie gedacht, dass ich – selbst im gesunden Zustand – so eine Leistung bringen könnte. So etwas behält man ewig in Erinnerung ... und es gibt einem enorme Kraft, insbesondere dann, wenn es mal nicht so gut geht.

Was glauben Sie, wie viel km Sie insgesamt in Ihrem Leben schon gelaufen sind?
Ich laufe durchschnittlich zwischen 2.000 und 3.000 km im Jahr, natürlich gibt es auch immer mal wieder Pausen, zum Beispiel bei der Geburt meines Sohnes. Rechnet man das aber hoch auf zehn Jahre, sind das zwischen 15.000 und 20.000 km. (Zum Vergleich von Frankfurt nach Neuseeland sind es Luftlinie 18.555 Kilometer.)

Was sagt Ihre Familie zu Ihren Leistungen? Unterstützten sie Sie?
Meine Familie unterstützt mich voll und ganz – sonst ginge das auch gar nicht. Bei den großen Läufen sind sie immer dabei.

Wo setzten Sie Ihre persönliche Grenze?
Meine persönliche Grenze? Habe ich noch nicht gefunden. Ich teste weiter aus, vielleicht kommt mal ein Alpen Ultra (Mountain Man oder Swissalpine) infrage. Und was mich schon immer mal gereizt hat, ist der Transalpine Run (über die Alpen).

Was würden Sie anderen mit auf den Weg geben?
Niemals aufgeben. Irgendwie kann man sich die Träume erfüllen, man muss nur wollen. Und geht nicht gibt’s nicht!




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