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Traditionelle Forschung und neue Erkenntnisse

Die Indizien, dass Vitamin D ein entscheidender Faktor bei Erkrankungen des ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern. sein könnte, häufen sich. Denn neben seiner altbekannten Funktion im Knochenstoffwechsel weiß man mittlerweile, dass Vitamin D im Gleichgewicht des Immunsystems, insbesondere auch bei Autoimmunerkrankungen, eine wichtige Rolle spielt.

Bei Autoimmunerkrankungen – so auch bei der MS – attackiert das Immunsystem körpereigene Strukturen, bei der MS beispielsweise die isolierenden Hüllen der Nervenfasern. In Tierversuchen konnte sogar beobachtet werden, dass manche Autoimmunprozesse durch die Gabe von Vitamin D verringert werden konnten. So wurden günstige Einflüsse von Vitamin D bei Sklerodermie, einer Hauterkrankung, Schuppenflechte, Rheumatoider Arthritis und Diabetes mellitus nachgewiesen.

Vitamin D und Multiple Sklerose

Vitamin D ist seit dem frühen 20. Jahrhundert ein Forschungsobjekt für Biochemiker, Mediziner und Ernährungswissenschaftler. Schon 1919 erkannte man, dass UV-Licht eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Vitamin D im Körper spielt. Heute ist bekannt, dass der Körper nur eine Vorstufe des aktiven Vitamins selbst produzieren kann. Erst durch UV-Bestrahlung, also natürlicherweise durch Sonnenlicht, entsteht das vom Körper nutzbare Vitamin D3 in der Haut. Dieses wird dann in der Leber weiter zu Calcidiol verstoffwechselt, einer Speicherform des Vitamins. Erst nach erneuter Umsetzung entsteht in den Nieren Calcitriol, das eigentliche aktive Vitamin D. Daher erstaunt es auch nicht, dass Menschen mit schweren Leber- und Nierenschädigungen oft unter einem Vitamin D-Mangel leiden.

Lange Forschungsgeschichte

Entdeckt wurde das Vitamin D aufgrund seiner Funktionen im Knochenstoffwechsel im frühen 20. Jahrhundert. Mit MS wurde Vitamin D erstmals 1997 durch Beobachtungen in Norwegen und Kanada und bei der Analyse der weltweiten Verbreitung der MS in Verbindung gebracht. Auffällig ist der Zusammenhang von geringer UV-Strahlung und großer MS-Häufigkeit. Dem entgegen ist dieses Verhältnis in Norwegen, wo Vitamin D durch eine fischreiche Ernährung in großen Mengen aufgenommen wird, nicht zu beobachten. Allerdings müssen die Beobachtungen vorsichtig interpretiert werden. So könnte der positive Effekt einer fischreichen Diät auch durch die ebenfalls im Fisch hochkonzentrierten mehrfach ungesättigten Fettsäuren hervorgerufen werden.

In den letzten Jahren fand man dann in verschiedenen Untersuchungen einen Zusammenhang zwischen der Konzentration von Vitamin D im Blut von Menschen bzw. der Einnahme von Vitamin D-Präparaten und der Wahrscheinlichkeit, eine MS zu entwickeln. Laut diesen Beobachtungen könnte ein niedriger Vitamin D-Spiegel die Wahrscheinlichkeit, eine MS zu entwickeln, erhöhen. Allerdings ist die Anzahl der bisher berichteten Fälle nicht ausreichend, um gesicherte Aussagen dazu treffen zu können.

Vitamin D und das Immunsystem

Für Calcitriol (sogenanntes aktives Vitamin D) wurden in den letzten Jahren verschiedene Effekte auf das Immunsystem beschrieben. Es kann beispielsweise die Aktivierung der sogenannten T-Zellen bremsen und damit Entzündungsreaktionen, wie sie auch bei der Entstehung der MS eine Rolle spielen, verringern. Auch in Tierversuchen konnte man bereits Erfolge mit einer Gabe von Vitamin D verbuchen. Allerdings lassen all diese Untersuchungen auf eine sehr komplexe Wirkung von Calcitriol schließen. Dies ist nicht erstaunlich, denn es ist bekannt, dass Calcitriol über die Regulation vieler Gene in den Zellen wirkt. Nicht nur deswegen sollte eine etwaige Einnahme von Vitamin D-Präparaten unbedingt mit dem Arzt besprochen werden, denn eine zu hohe Konzentration von aktivem Vitamin D im Blut kann – nicht nur bei Menschen mit MS – langfristig zu schweren toxischen Wirkungen wie Nierensteinen oder einer Kalzifizierung von Organen führen.

 


Quellen:

  • Kampman MT, Brustad M. Vitamin D: a candidate for the environmental effect in multiple sclerosis – observations from Norway. Neuroepidemiology. 2008; 30: 140-146.

  • Szodoray P, Nakken B, Gaal J, Jonsson R, Szegedi A, Zold E, Szegedi G, Brun JG, Gesztelyi R, Zeher M, Bodolay E. The Complex Role of Vitamin D in Autoimmune Diseases. Scand J Immunol. 2008 May, Epub ahead of print


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