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Trotz Krise auf Reisen mit MS

Die weltweite Wirtschaftskrise schlägt sich auch auf die Reisebranche nieder. Doch ist hier der Verbraucher - anders als in vielen anderen Bereichen – derzeit der Gewinner. Die allgemeine Unsicherheit lässt uns bei der Urlaubsplanung zögern, auch wenn die Reiseindustrie verstärkt mit fantastischen Rabatten lockt: Schnäppchen wohin man blickt.

Auch der günstige Wechselkurs des Euros lässt ehemals teure Reiseziele wie Island oder England auf einmal preislich attraktiv werden. Die richtige Zeit also, um sich lang ersehnte Träume zu erfüllen? Wäre da nur nicht die Sache mit der MS. Meist wird davon abgeraten heiße Länder zu besuchen, Rundreisen sollen aufgrund des hohen Stressfaktors vermieden werden und so weiter. Hintergrund sind MS-Symptome wie das Uthoff-Phänomen oder FatigueTypisches MS-Symptom: Es zeichnet sich durch sehr schnelle Ermüdbarkeit sowie körperliche und geistige Erschöpfbarkeit des Betroffenen aus..

Soll das also bedeuten, dass MS-Betroffenen die Faszinationen ferner Welten, anderer Kulturen und neuer Natureindrücke verborgen bleiben müssen? Sicher nicht! MS, die Krankheit mit tausend Gesichtern, kennen Betroffene selbst am besten. Sie wissen, wo die persönlichen Grenzen sind und wie weit sie gehen dürfen. Dank der guten Erfahrungen, die viele Betroffene mit ihrer Langzeittherapie machen, fassen sie neues Vertrauen in ihre Fähigkeiten und sehen die Möglichkeit, ersehnte Ziele wieder zu erreichen und Grenzen neu zu definieren. Und unter die positiven Eindrücke einer Reise mischt sich zusätzlich das gute Gefühl, etwas geschafft zu haben und aktiv zu sein.

Keine Angst vor Erkrankungen - die richtige Planung macht's


Die gute Planung einer Urlaubsreise ist das A und O. Insbesondere bei Reisen in fernere Länder ist der möglicherweise erforderliche Impfschutz zu beachten. Impfungen bei MS-Patienten sollten sich an den Empfehlungen der ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) orientieren und in enger Abstimmung zwischen behandelndem Neurologen und dem impfenden Arzt durchgeführt werden. Das Schubrisiko, insbesondere beim Einsatz von Lebendimpfstoffen, ist nicht bekannt. Lebendimpfstoffe werden selten eingesetzt, beispielsweise bei der Gelbfieberimpfung. Sind Impfungen im Rahmen einer Reise notwendig, ist eine genaue Abklärung und Risikoabwägung mit Ihrem Arzt notwendig. Letztlich müssen Sie das mögliche Schubrisiko gegen den Nutzen abwägen.

Bei Reisen kann insbesondere die Gelbfieberimpfung ein Problem sein. Eine Impfempfehlung gegen Gelbfieber ist derzeit bei Besuchen der afrikanischen und südamerikanischen Tropen ausgesprochen. Allerdings haben einige asiatische und osteuropäische Länder Einreisebestimmungen, die eine Gelbfieberimpfung (auch bei Transit) vorschreiben.

Eine mögliche ImpfungErzeugung einer Immunität zur Vorbeugung einer Erkrankung. Bei Impfungen werden aktive und passive Impfungen unterschieden. Bei passiven Impfungen werden lediglich Antikörper injiziert, die gegen den Erreger gerichtet sind und diesen im Falle einer Infektion unschädlich machen. Die aktive Impfung basiert auf der Einbringung einer geringen Menge an abgetöteten Keimen bzw. Erregern in den Körper. Das Immunsystem entwickelt gegen diese Erreger eine Immunantwort. Bei einer Infektion zerstört das derart programmierte Immunsystem den Erreger. sollte daher mit dem behandelnden Neurologen ausführlich besprochen werden und im Bedarfsfall mindestens zwei bis drei Monate vor Reiseantritt erfolgen. Sollte im Anschluss an die Impfung ein Schub auftreten, so kann dieser zu Hause behandelt werden.

Reisen, insbesondere in ferne Länder, können auch ein erhöhtes Infektionsrisiko bedeuten. Anderes Essen, schlechtere Hygienebedingungen oder ein anderes Klima können eine erhöhte Infektionsgefahr bedingen. Allerdings sollte man – anstatt sich verrückt zu machen – vorsorglich einige Punkte beachten:

  • In manchen Ländern ist der Hygienestandard nicht sehr hoch. Häufiges Händewaschen oder desinfizierende Tücher können vor lästigen Magen- und Darminfektionen schützen.

  • Auch eine gesunde Skepsis vor Leitungswasser oder damit gewaschenem Obst oder Salat kann nicht schaden. Mitunter geht es sogar so weit, dass Wasser ins Obst gespritzt wird, um das Gewicht zu erhöhen.

  • Trotz aller Vorsorge sollte eine gut ausgestattete Reiseapotheke nicht fehlen: Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Arzt darüber. So können Sie im schlimmsten Falle Symptome lindern und schneller wieder auf die Beine kommen.


Insbesondere MS-Betroffenen stellt sich darüber hinaus die Frage des Transports von Medikamenten. Die für die Langzeittherapie verwendeten Arzneien werden meist per Spritze verabreicht. Um auf der sicheren Seite zu sein und beim Zoll keine unnötigen Wartezeiten oder Rechtfertigungen zu erfahren, sollte man sich vorab bei dem Medikamentenhersteller erkundigen, um die aktuellsten Informationen zu bekommen.

Wichtig ist unter anderem ein Attest vom Arzt und eine Zollbescheinigung. Außerdem sollte darauf geachtet werden, den Beipackzettel oder eine Bescheinigung in der Landessprache des gewünschten Reiseziels und eventuell auch der Transitländer dabei zu haben. Zudem kann es sinnvoll sein, das Medikament in der Originalpackung mitzunehmen. Erkundigen Sie sich bei ihrem Medikamentenhersteller wie genau das Medikament gelagert und ob es gekühlt werden muss. Bei der Wahl der Unterkunft wäre es in dieser Hinsicht wichtig, sich vorab über mögliche Kühlmöglichkeiten zu vergewissern.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.aktiv-mit-ms.de/leben/artikel/reise-checkliste-fuer-den-urlaub/

Mit der MS reist auch die Möglichkeit eines Schubes mit, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit eher gering. Eine Reise ist etwas Positives. Negativer Stress, der Gift für MS-Betroffene ist, kommt hoffentlich nicht auf. Allerdings können Temperaturschwankungen – insbesondere Hitze – Sonne oder auch die Ernährung zu schubähnlichen Symptomen führen. Bitte bewahren Sie Ruhe. Wenn sich die Symptome nach 24 Stunden nicht gebessert haben, sollten Sie allerdings handeln. Dann wäre es ein großer Vorteil, wenn Sie bereits eine Liste mit Ansprechpartnern vor Ort hätten, oftmals können entsprechende Informationen vor Antritt der Reise gesammelt werden. Fragen Sie beispielsweise bei Ihrer Krankenkasse nach.

Lesen Sie hier, wie Sie verfahren können: www.aktiv-mit-ms.de/leben/artikel/reisen-mit-multiple-sklerose-im-vorfeld-aerztliche-versorgung-pruefen/

Um für einen Notfall – sei es ein Schub oder ein Beinbruch – richtig gerüstet zu sein, sollten Sie sich vorab bei Ihrer Krankenkasse erkundigen, ob diese eventuelle Kosten übernimmt. Hier bietet sich der Abschluss einer Rücktransportversicherung an.

Lesen Sie hier weiteres zu Versicherung auf Reisen www.aktiv-mit-ms.de/services/rechtstipps/artikel/versicherungen-zu-hause-und-unterwegs/

Keine Scham vor Vergünstigungen


Sind Sie in Ihrer Mobilität erheblich eingeschränkt, stehen Ihnen diverse Vergünstigungen zu. Im Jahr 2008 trat eine neue Verordnung der EU über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und Mobilitätseinschränkungen bei Flugreisen in Kraft. Diese stellt sicher, dass Betroffene auf Flughäfen Hilfe bekommen, um sich bequem und einfach fortbewegen zu können. Dies beinhaltet Unterstützung beim Transit, beim Borden des Flugzeuges und bei Kontrollen.

Vielen MS-Betroffenen sieht man die Erkrankung trotz Schwerbehindertenausweis nicht sofort an. Sie sollten diesen nutzen, denn langes Warten bei der Passkontrolle oder Gepäckausgabe kann für Sie deutlich ermüdender sein als für Menschen ohne MS und das ist weder ein guter Start noch ein gutes Ende des Urlaubes.

Erkundigen Sie bei der DMSG oder auch bei Ihrem Reiseveranstalter, welche speziellen Konditionen und Vergünstigungen es für Behinderte gibt.

Urlaub zu Hause


Glaubt man dem hundertjährigen Kalender, der vom Abt Mauritius Knauer nach dem 30-jährigen Krieg im Zisterzienserkloster Langheim erarbeitet wurde, steht uns ein sehr heißer Sommer bevor. Nach dem recht kalten Winter könnte diese Prognose die Erfüllung unserer Wünsche bedeuten. Warum also in die Ferne, wenn es hier Sonne satt geben soll? Außerdem würde zu Hause trotz aller Schnäppchen der Geldbeutel geschont.

Der Trend, zu Hause Urlaub zu machen, spiegelt sich in Freibädern und Badeseen wieder. Wo früher nur eine Liegewiese war, werden heute ferne Welten dargeboten. Palmen, nostalgische Möbel und entspannende Musik lassen uns schon fast glauben, in einer bekannten Rum-Reklame gelandet zu sein.

Aber auch hinsichtlich Hygiene und Wasserqualität hat sich einiges getan, denn wer will schon als Mitbringsel Fußpilz oder Ähnliches mitnehmen. Denn auch hier gilt weiterhin Vorsicht.

Hier können Sie sich über den Sauberkeitsgrad des Badesees Ihrer Wahl erkundigen:http://www.philognosie.net/index.php/tip/tipview/656/

Und noch ein Tipp zum Schluss: Entscheiden Sie sich für den Urlaub zu Hause, sollte dieser auch als Urlaub deklariert sein. Geschäftliches hat dort nichts zu suchen. Nur so ist Erholung garantiert!

Wir wünschen einen erholsamen und aktiven Urlaub


Weitere Quellen


Vial T, Descotes J. Autoimmune diseases and vaccinations. Eur J Dermatol. 2004; 14: 86-90.

Hernan MA et al. Tetanus vaccination and risk of multiple sclerosis. Neurology 2006; 67: 212-215.

DeStefano et al. Vaccinations and risk of central nervous system demyelinating disease in adults. Arch Neurol 2003; 60:504-509.

Impfungen und Multiple Sklerose: 14.11.2006 www.dmsg.de

www.auswaertiges-amt.de

de.wikipedia.org/wiki/Mauritius_Knauer


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