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Vorerkrankungen verzögern MS-Diagnose

WINNIPEG (MedCon) – Chronische Vorerkrankungen wie Adipositas oder Gefäßerkrankungen könnten dazu führen, dass Patienten eine mögliche MS-Diagnose später erhalten oder zum Diagnosezeitpunkt bereits schwerere Krankheitssymptome zeigen. Dies geht aus einem Artikel hervor, der in der Online-Ausgabe der Zeitschrift Neurology vom 29. Oktober erschienen ist.

"Unsere Studie deutet darauf hin, dass Ärzte, die Patienten mit chronischen Erkrankungen behandeln, neu auftretende neurologische Symptome wie Taubheitsgefühl oder Kribbeln nicht ohne sorgfältige Abwägung den existierenden Erkrankungen zuschreiben sollten", sagte die Studienautorin Dr. Ruth Ann Marrie von der University of Manitoba in Winnipeg, Kanada.

Für ihre Untersuchung hatten die Forscher die Akten von 8983 Patienten mit einer MS-Diagnose analysiert. Von diesen konnten sie 2375 Personen innerhalb von zwei Jahren nach der Diagnose nach der Schwere ihrer Behinderung (leicht, mittel, stark) in Gruppen einteilen. Diese Patienten befragten sie außerdem nach Vorerkrankungen, ihrem Rauchverhalten und ihrer Gewichtsentwicklung.

Dabei fanden sie heraus, dass die MS-Diagnose bei Personen mit starkem Übergewicht, die rauchten oder eine körperliche oder psychische Störung hatten, ein bis zehn Jahre später erfolgte als bei Patienten ohne diese Erkrankungen. Darüber hinaus ergab die Untersuchung, dass die MS zum Zeitpunkt der Diagnose bereits umso schwerer war, je mehr medizinische Probleme die MS-Patienten zu dieser Zeit hatten.

"Menschen mit Gefäßerkrankungen oder Adipositas waren zum Zeitpunkt der Diagnose 1,5-mal eher mittelgradig behindert als MS-Patienten ohne Herz- oder Gewichtsprobleme", sagte Marrie. "Bei Menschen mit psychischer Erkrankung oder Muskel- oder Gelenkproblemen war das Risiko, bei der MS-Diagnose bereits schwer behindert zu sein, fast doppelt so hoch", ergänzte die Forscherin.

Wie Marrie sagte, könnten Vorerkrankungen die Symptome einer neuen Erkrankung maskieren oder die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen beeinträchtigen. "Menschen mit vielfältigen medizinischen Problemen zusätzlich zur MS könnten außerdem mehr oder andere medizinische Betreuung benötigen oder anders auf Medikamente reagieren", sagte Marrie. Dies müsse weiter untersucht werden.

Quelle:
Marrie RA et al. Neurology. 2008 Oct 29. www.neurology.org


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