Was ist der Login?

Sie können sich über einen Klick auf das Icon oben rechts,
wie gewohnt, bei Aktiv mit MS anmelden.

Sie können ab sofort für zukünftige Besuche auch direkt angemeldet bleiben.



Welche Nervenzelle bekommt einen Mantel aus Myelin?

BERLIN (Biermann) – Forscher des Max-Dellbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin konnten an Mäusen aufklären, wie der Körper steuert, ob eine Nervenzelle des peripheren Nervensystems eine Myelinschicht um ihren Fortsatz (AxonAxone sind Fortsätze von Nervenzellen. Sie stellen die Verbindung zwischen den Nervenzellen und den ihnen nachgeschalteten Erfolgszellen, z.B. Muskelzellen, her und dienen der Kommunikation im Nervensystem. Axone werden von Hüllzellen umgeben. Diese bilden MyelinAls Myelin bezeichnet man die Hüll- und Isoliersubstanz der Nervenfasern, die aus Lipiden und ProteineEiweiße besteht. Sie umgibt Nervenzellkörper und Axone und fördert die schnellere Weiterleitung einer Information. Im Zentralen Nervensystem wird es von OligodendrozytenGliazellen im ZNSZentralnervensystem, die Myelin im zentralen Nervensystem bilden., im peripheren Nervensystem von den Schwann-Zellen gebildet. und überziehen die Axone mit einer weißlichen MyelinscheideNervenfaserhülle, die das Axon umgibt und aus Myelin gebildet wird. (Markscheide). Die Myelinscheide schützt die Axone und beschleunigt die Leitung der Nervenimpulse.) erhält oder nicht.

Das Nervensystem besteht neben den Neuronen auch aus den sogenannten GliazellenDas Zentrale Nervensystem setzt sich aus Neuronen und Glia zusammen. Gliazellen bilden neben den eigentlichen Nervenzellen ein Zellgewebe des Nervensystems, das verschiedene andere wichtige Funktionen ausübt. Folgende Zelltypen werden zu den Gliazellen gezählt: Astrozyten (Transport von Nährstoffen, Stützfunktion), Mikroglia (Entsorgung von Abbauprodukten), Oligodendrozyten (Bildung der Myelinscheide) und Ependymzellen (Auskleidung der Liquorräume)., die den Nervenzellen Halt geben, aber auch für deren Isolierung und Versorgung mit Nährstoffen verantwortlich sind. "Ohne Gliazellen würde keine Nervenzelle funktionieren", erklärte Dr. Tamara Grigoryan vom MDC.

Eine Sorte von Gliazellen sind die sogenannten Schwannzellen, die im peripheren Nervensystem die Axone von Nervenzellen umhüllen und die Myelinschicht bilden. "Die Schwannzellen steuern auch die Regeneration der Axone nach einer Nervenverletzung im peripheren Nervensystem", sagte Grigoryan.

Aber nicht alle Nervenfortsätze werden von den Schwannzellen umhüllt. "Zu Beginn ihrer Entwicklung im Embryo sind die Axone in Bündeln als Fortsatz einer Nervenzelle zusammengefasst und von einer Schwannzelle umhüllt", erläutert Grigoryan weiter. "Zur Zeit der Geburt aber beginnt die Schwannzelle die dicken Axone aus dem Bündel auszusortieren und mit einer Myelinschicht zu umhüllen. Die dünnen Axone werden nicht aussortiert – sie bleiben gebündelt und erhalten auch keine Myelinschicht. Diesen Vorgang nennt man 'axonale radiale Sortierung.'"

Wie die Forscher nun herausgefunden haben, wird dieser wichtige Prozess von einem Signalpfad gesteuert, den die Forscher schon seit vielen Jahren untersuchen. Er spielt bei der Embryonalentwicklung, beim Wachstum, der Reifung oder Spezialisierung von Zellen sowie bei der Steuerung von Stammzellen eine wichtige Rolle.

Die Forscherin und ihre Kollegen hoffen nun, mit ihrer Entdeckung nicht nur zu einem besseren Verständnis der Entwicklung von Schwannzellen beizutragen, sondern auch bessere Einblicke in die Entstehung von Störungen zu erhalten, an denen diese Zellen beteiligt sind.


Schlagworte / Themen


Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf aktiv-mit-ms.de surfen möchten, stimmen Sie bitte der Verwendung von Cookies einmalig zu. Mehr erfahren
Okay
Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf aktiv-mit-ms.de surfen möchten, stimmen Sie bitte der Verwendung von Cookies einmalig zu.
Mehr erfahren
Okay