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Wenn es passiert, dann passiert es!

Schwangerschaft und MS
Mila wird nächstes Jahr dreißig. Seit knapp einem Jahr lebt sie in einer glücklichen Beziehung. Zusammen mit ihrem Freund plant die junge Frau nun ein Baby zu bekommen.

Welche Fragen der MS-Betroffenen bei der Familienplanung durch den Kopf gehen und was es bei einem Kinderwunsch zu beachten gilt, erzählt die lebensfrohe Frau in einem Interview. 

Wie hat sich Ihr Alltag seit der Diagnose MS verändert? 

Ich glaube ich nehme Dinge bewusster wahr und schütze mich selbst mehr. Früher war vielleicht die Arbeit etwas höher angesiedelt, heute setze ich andere Prioritäten und lasse mich von Sachen nicht mehr so stressen. In manchen Dingen bin ich entspannter geworden. Ansonsten hat sich nicht viel verändert. 

Wie war das, als Sie Ihren Freund kennengelernt haben? Haben Sie von Anfang an mit offenen Karten gespielt? 

Wir haben uns online kennengelernt und zu dieser Zeit hatte ich gerade einen Schub. Weil ich Kortison genommen habe und mich nicht gut fühlte, konnten wir uns leider nicht treffen. Beim ersten Date habe ich dann aber direkt gesagt: „Du, ich habe MS.“ Mein Freund dachte zuerst das sei Muskelschwund. Das habe ich ihm alles ein bisschen erklärt und nach dem ersten Date waren wir direkt zusammen. Durch das Online-Dating und Telefonieren kannten wir uns ja auch schon etwas besser, als wenn man sich sonst zum ersten Mal trifft. 

Und dieses Glück möchten Sie jetzt noch krönen? 

Ja, wir hätten gerne ein Kind. Nicht sofort und morgen – wenn es kommt dann kommt es – aber es ist auf jeden Fall geplant. Ich habe jetzt die Pille abgesetzt und bespreche beim nächsten Termin mit meinem Neurologen, wie es mit meiner Basistherapie weitergeht. 

Haben Sie keine Bedenken, dass sich die MS auf Ihre Schwangerschaft auswirken könnte?

Ich habe mich im Vorfeld sehr gut informiert – Fachbroschüren gelesen und mit meinem Arzt über das Thema gesprochen. Die Chance, dass mein Kind auch MS hat, ist sehr gering, deshalb habe ich eigentlich keine Bedenken. MS ist ja nicht vererbbar. Ich denke natürlich darüber nach, was wohl nach der Schwangerschaft ist. Es gibt dieses Phänomen, dass im letzten Trimester der Schwangerschaft keine SchübeEin Schub bei MS bedeutet, dass neue Symptome oder Beschwerden auftreten oder sich schon bestehende Krankheitszeichen verschlimmern. Dies ist Ausdruck einer erneuten Entzündungsaktivität im Gehirn. auftreten, meistens gibt es aber eine Art Rebound-Effekt nach der Entbindung. Wenn das allerdings so ist, dann ist es eben so. Wenn es soweit ist, möchte ich mich auch für das Schwangerschaftsregister des St. Josef-Hospitals in Bochum melden. 

Gibt es irgendetwas, worauf sie speziell achten, um Ihren Kinderwunsch in die Tat umzusetzen? 

Naja, ich schaue schon, ob meine Periode regelmäßig kommt, nachdem ich die Pille abgesetzt habe oder wann genau der Eisprung ist. Aber ich glaube das macht jede andere Frau ohne MS auch. Prinzipiell versuche ich wenig Fleisch zu essen, da hier ja entzündungsfördernde Stoffe drin sind, achte auf meine Ernährung. Ich esse viel Gemüse und Fisch. Außerdem nehme ich Vitamin D. Wenn es nicht klappen sollte, würde ich zum Arzt gehen. Aber ich lasse alles erst einmal auf mich zu kommen. 

Würden Sie stillen? 

Das ist die große Frage. Meine damalige Neurologin empfahl drei Monate zu stillen, sodass das Kind die wichtigsten Bestandteile aus der Muttermilch bekommt. Aber ich glaube ich würde das davon abhängig machen, wie es mir nach der Geburt geht und ob ich überhaupt Milch geben kann. 

Wünschen Sie sich mehrere Kinder? 

Als ich noch gesund war, wollte ich immer zwei Kinder. Aber ich würde jetzt erst einmal eins abwarten wollen und schauen wie das läuft. Zum einen wie man sich mit dem Baby einrichtet, aber auch wie ich das gesundheitlich alles verkrafte. Dann kann ich immer noch schauen, ob ich noch ein zweites Kind möchte. 

Glauben Sie denn, dass Sie das alles schaffen? 

Ich glaube schon. Ich habe bisher eigentlich alles erreicht, was ich mir vorgenommen habe. Ich habe mein Abitur gemacht, studiert und einen Arbeitsplatz gefunden, der super ist. Mittlerweile habe ich einen festen Partner, mit dem ich eine gemeinsame Zukunft aufbauen möchte, eine tolle Familie und einen tollen Freundeskreis. Und ich weiß, wo ich Hilfe bekomme. Da bin ich ziemlich sicher, dass ich nicht alleine bin, sollte etwas sein. 

Gibt es irgendetwas, das Sie den anderen Betroffenen mit auf den Weg geben möchten? 

Es gibt da einen schönen Spruch: Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen. Das habe ich mir so ein bisschen auf die Fahne geschrieben und das würde ich auch anderen Betroffenen raten. Besonders beim Thema Schwangerschaft sollte man sich psychisch nicht zu sehr unter Druck setzen. Wenn es passiert, dann passiert es. 


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