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Wissenschaftler können Aktivität von T-Zellen bremsen

WÜRZBURG (MedCon) – Bislang gilt die Multiple Sklerose als unheilbar. Nun ist es Würzburger Wissenschaftler an Tieren aber gelungen, das Krankheitsbild der MS deutlich zu lindern.

Bei ihren Forschungsarbeiten entdeckten Dr. Sven G. Meuth, Stefan Bittner und Prof. Dr. Heinz Wiendl auf T-Zellen, also Immunzellen, die bei der MS eine besondere Rolle spielen, einen neuen Typ von Ionenkanälen. Ionenkanäle sind kleine Proteinstrukturen, die für die Aufrechterhaltung der Funktionen aller Körperzellen notwendig sind. Auf T-Zellen sind sie unverzichtbar für die Aktivierung und Zellteilung, vermutlich aber auch für die Entwicklung der Immunzellen.

Bislang waren zwei Kanalfamilien bekannt, deren Einfluss das Schicksal von T-Zellen maßgeblich bestimmt. Der neu entdeckte Typ verspricht nach Ansicht der Forscher aus der Universität Würzburg die Chance auf eine bessere Behandlung von T-Zell-vermittelten Autoimmunerkrankungen wie der Multiplen Sklerose. In ersten Versuchen gelang es den Wissenschaftlern durch Ausschalten der Kanäle, die T-Zellen in ihrer Aktivität zu bremsen; nach den Eingriffen schütteten sie deutlich weniger Botenstoffe, so genannte Zytokine, aus, als im Normalzustand.

Inwieweit sich diese Ergebnisse bei der Behandlung der Multiplen Sklerose nutzen lassen, hat die Gruppe bereits am Tier untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Krankheit weniger schwer und deutlich kürzer verlief, wenn die Ionenkanäle manipuliert worden waren. "Diese neu identifizierte Kanalfamilie stellt eine neue molekulare Zielstruktur dar, von der wir uns auch therapeutische Möglichkeiten versprechen", sagte Wiendl.

Jetzt untersuchen die Wissenschaftler T-Zellen von MS-Patienten in unterschiedlichen Krankheitsstadien, um genauer zu verstehen, wann die Beeinflussung des Kanals therapeutisch hilfreich sein könnte. "Unsere Daten weisen darauf hin, dass wir über den neu definierten Mechanismus in der Lage sein könnten, gezielt auf "schädliche Entzündungszellen" einwirken zu können", fassen die Forscher vorsichtig ihre Ergebnisse zusammen. Doch sie sind zuversichtlich, dass ihre Entdeckung bedeutsame Auswirkungen haben wird.

Quelle: Journal of Biological Chemistry 2008, 28. März,
Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg vom 17.04.2008


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