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Eskalationstherapie bei Multipler Sklerose

Eskalationstherapie bei Multipler Sklerose
Viele MS-Betroffene sprechen gut auf ihre Basistherapie an und können so langfristig ein aktives Leben mit MS führen.

Manchmal kann es aber dazu kommen, dass diese Therapie nicht mehr länger hinreichend wirksam ist und auch ein Wechsel auf ein anderes Basistherapeutikum nicht die erwünschten Ergebnisse bringt. In diesem Fall muss die immunmodularische Therapie auf die nächste Stufe erweitert – sozusagen „eskaliert“ – werden. 

Eine MS ist nicht heilbar – eine möglichst frühe und konsequente Behandlung kann den Krankheitsverlauf aber um Jahre verzögern. Die Behandlung der MS verläuft rundum, denn psychologische Unterstützung und der Erhalt der allgemeinen Lebensqualität spielen auch eine große Rolle für einen positiven Verlauf.  

Die meisten Menschen mit MS werden mit einer Basistherapie in Form einer immunmodularischen Therapie behandelt, mit dem Ziel, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und SchübeEin Schub bei MS bedeutet, dass neue Symptome oder Beschwerden auftreten oder sich schon bestehende Krankheitszeichen verschlimmern. Dies ist Ausdruck einer erneuten Entzündungsaktivität im Gehirn. zu vermindern.  Bei manchen Betroffenen kann es aber vorkommen, dass sich die MS plötzlich verschlechtert und es zu vielen, schweren Schüben kommt. Dies ist meistens der Fall, wenn die Basistherapie ihre Wirksamkeit verliert oder es sich um eine hochaktive Verlaufsform der MS handelt. Hier kommt die EskalationstherapieTherapieerweiterung nach mangelnder Wirksamkeit oder schwerem Verlauf der MS der immunmodulatorischen Basistherapie. ins Spiel, mit dem Ziel, den Verlauf und die starken Symptome zu „deeskalieren“.

Wenn die Symptome eskalieren

Die Eskalationstherapie wird an spezialisierten MS-Zentren durchgeführt. Das Ziel ist es, Entzündungen im Gehirn vorzubeugen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird auf ein stärker wirksames Medikament umgestellt. Infrage kommen hier z. B. Fingolimod und Natalizumab. Sie verhindern das Einwandern von Immunzellen in die Entzündungsherde des zentralen Nervensystems und werden in Kapselform bzw. als Infusion verabreicht.

Da jeder Patient unterschiedlich auf die Behandlung reagiert, muss die Medikamentenwahl und -zufuhr individuell auf ihn abgestimmt und seine Reaktion auf die Behandlung bei regelmäßigen  Kontrolluntersuchungen beobachtet werden. Eine Eskalationstherapie ist nichts Endgültiges – nach einer längeren Stabilität der Symptome kann gegebenenfalls wieder „deeskaliert“ und die ursprünglich angewendete Basistherapie weitergeführt werden.

Herausforderungen bei der Eskalationstherapie

Manche Betroffenen befürchten eine Einschränkung ihrer Lebensqualität infolge möglicher Nebenwirkungen der hochaktiven Wirkstoffe. Hier ist es wichtig, den Betroffenen durch weitere Therapieanpassungen und -Maßnahmen zu unterstützen. Grundlegend muss zwischen Wirksamkeit und Verträglichkeit der Behandlung abgewogen werden. Dies ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und muss in jedem Fall von einem Arzt entschieden werden.

Hit hard and early

In manchen Fällen werden die Eskalationtherapeutika auch zur Ersttherapie angewendet. Eine neue Studie ergab Hinweise, dass der Krankheitsverlauf bei Betroffenen, die von Beginn an hochwirksame Immuntherapeutika im Sinne eines „Hit hard and early“ erhalten haben, möglicherweise langsamer voranschreitet als bei denen, die mit der Basistherapie behandelt wurden. Ob das für einen Neu-Diagnostizierten sinnvoll ist, muss der Arzt zusammen mit der/dem Betroffenen individuell entschieden und gegen die eventuell höheren Risiken solcher Therapien abwägen.


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