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Essen gegen MS?

Essen gegen MS
BALTIMORE (Biermann) – Immer mehr Untersuchungen finden Hinweise darauf, dass Umweltfaktoren und der individuelle Lebensstil eine Rolle beim Verlauf der Multiple Sklerose (MS) spielen.

Zudem tauchen in den Medien wiederholt Thesen auf, denen zufolge die Ernährung großen Einfluss auf das MS-Risiko oder den Verlauf der Störung haben soll. Nun zeigt jedoch eine aktuelle Übersichtsarbeit aus den USA, dass es derzeit keine seriösen Belege dafür gibt, dass bestimmte Diäten oder Lebensmittel den Verlauf der MS beeinflussen.

Hauptgrund hierfür ist den Autoren zufolge, dass es zwar viele Studien zum Thema gibt, diese aber häufig nur wenige Teilnehmer umfassen oder andere methodische Schwächen haben und deshalb wenig aussagekräftig sind..


Mediterrane Ernährung senkt Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Doch auch wenn es bislang keine MS-spezifischen Ernährungsrichtlinien gibt, könne es durchausaus sinnvoll sein, sich im mediterranen Stil zu ernähren, resümieren Leah J. Mische und Ellen M. Mowry von der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore, USA. Schließlich habe sich gezeigt, dass der Genuss von viel Obst und Gemüse, Olivenöl, Vollkornprodukten und Fisch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder peripheren Durchblutungsstörungen generell senke. Davon profitierten auch Menschen mit MS, zumal diese Begleiterkrankungen bei ihnen häufiger auftreten als in der Allgemeinbevölkerung, schreiben die Wissenschaftlerinnen. Ein Einfluss auf die MS wie eine Verbesserung des EDSSDie EDSS (Expanded Disability Status Scale), auch als Kurtzke-Skalasiehe EDSS bekannt, ist eine Skala zur Erfassung von neurologischen Ausfällen. Dabei werden die Stufen 0-10 unterschieden: Die Stufe 0 entspricht keiner Behinderung. Es werden insbesondere die Gehfähigkeit sowie acht weitere Funktionssysteme bewertet, z.B. bedeutet EDSS 2.0 leichte Behinderung in einem funktionellen System, EDSS 4.0 gehfähig ohne  Hilfe und Ruhepause für mindestens 500m und während 12 Stunden aktiv trotz relativ schwerer Behinderung. EDSS 6.0 bedeutet gehfähig für etwa 100m mit einseitiger oder zeitweiliger Unterstützung (Gehhilfe). Auf Stufe 9 ist der Betroffene hingegen vollständig pflegebedürftig. 10 bedeutet Tod durch MS. Eine detaillierte Übersicht zum EDSS finden Sie auf der Seite der DMSG.-Wertes oder der FatigueTypisches MS-Symptom: Es zeichnet sich durch sehr schnelle Ermüdbarkeit sowie körperliche und geistige Erschöpfbarkeit des Betroffenen aus. durch mediterrane Kost wurde bislang nicht nachgewiesen.

Nahrungsergänzungsmittel – unnütz bis schädlich

Von der Vielzahl der angebotenen Nahrungsergänzungsmitteln sind laut der Übersichtsarbeit Biotin und mehrfach ungesättigte Fettsäuren (v.a. Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren) die vielversprechendsten. So konnte gezeigt werden, dass Biotin eine Reduktion des EDSS-Wertes und eine Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit bewirkt. Allerdings wurde in diesen Studien sehr hoch dosiertes Biotin verwendet, sodass die Autorinnen für freiverkäufliche Biotin-Präparate, die um ein Vielfaches schwächer dosiert sind, ebenfalls keine Empfehlung aussprechen. Vielmehr berge die Einnahme hoher Dosen von Biotin das Risiko einer Fehldiagnose oder Maskierung von Schilddrüsenerkrankungen. Hohe Dosen von Biotin stören außerdem den Test für bestimmte Vitaminwerte (einschließlich Vitamin D) sowie andere Bluttests.

Die Rolle mehrfach ungesättigter Fettsäuren ist nicht eindeutig geklärt. Während einige Studien darauf hindeuten, dass Menschen mit MS, die größere Mengen solcher Fettsäuren zu sich nehmen, tendenziell weniger Krankheitsaktivität zeigen, konnten andere Untersuchungen keinen solchen Nutzen belegen. Allerdings könne eine Ernährung, die reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist, insgesamt als gesund erachtet werden oder aber Mikronährstoffe enthalten, die das Risiko für MS-relevante Begleiterkrankungen senken, schlussfolgern die Autorinnen.

Und bis wissenschaftlich solide Belege für bestimmte Formen der Ernährung bei MS vorliegen, raten die Forscherinnen, allgemeingültigen Tipps für eine gesunde Ernährung zu folgen, die beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in zehn Regeln (www.dge.de/fileadmin/public/doc/fm/10-Regeln-der-DGE.pdf) zusammengefasst hat.

Quelle: Curr Treat Options Neurol 2018;20:8.


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