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Europäischer Neurologie-Kongress: Personalisierte Medizin bleibt wichtiges Ziel

BERLIN (Biermann) – Ende Juni trafen sich auf dem ersten europäischen Neurologenkongress in Berlin auch zahlreiche MS-Forscher, um neben der in den vergangenen Jahren erzielten Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten auch die Bemühungen um eine maßgeschneiderte, individualisierte Behandlung und neue Entwicklungen auf dem Gebiet der AntigenEin Antigen ist ein Eiweiß (Protein) oder auch ein synthetischer Stoff. Es handelt sich dabei um einen Bestandteil der Oberfläche von Bakterien, Viren oder sonstigem Material, das vom Körper als "fremd" erkannt wird. Ein Antigen ist die Voraussetzung dafür, dass der Körper fremdes Material erkennen und entfernen kann.-spezifischen ImmunisierungUnter Immunisierung versteht man das Herbeiführen einer erhöhten Reaktionsbereitschaft des Körpers gegen Bakterien und Viren. Der Körper ist durch die Bildung von Antikörpern gegen diese Erreger geschützt und kann sich im Falle eines "Angriffs" durch die vorhandenen Antikörper schnell und effektiv verteidigen. Das Prinzip der ImpfungErzeugung einer Immunität zur Vorbeugung einer Erkrankung. Bei Impfungen werden aktive und passive Impfungen unterschieden. Bei passiven Impfungen werden lediglich Antikörper injiziert, die gegen den Erreger gerichtet sind und diesen im Falle einer Infektion unschädlich machen. Die aktive Impfung basiert auf der Einbringung einer geringen Menge an abgetöteten Keimen bzw. Erregern in den Körper. Das Immunsystem entwickelt gegen diese Erreger eine Immunantwort. Bei einer Infektion zerstört das derart programmierte Immunsystem den Erreger. beruht auf einer Immunisierung. zu diskutieren.

„Wir verfügen heute über eine beeindruckende Vielfalt an Behandlungsmöglichkeiten mit unterschiedlichen Wirkmechanismen, die Optionen haben sich hier rasch weiterentwickelt. Wir können also Betroffenen immer besser und immer rascher helfen“, erklärte Prof. Xavier Montalban, Vall d’Hebron Krankenhaus Barcelona, Präsident des European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS).

Großer, aber ungedeckter Bedarf

Entsprechend vielfältig waren die auf dem Kongress vorgestellten Studienergebnisse zu injizierbaren Medikamenten, zu den neuen oralen Substanzen, zu den verschiedenen monoklonalen AntikörperAntikörper werden von so genannten B-Lymphozyten gebildet. Sie bilden mit einem Antigen, für das sie spezifisch sind, einen so genannten Antigen-Antikörper-Komplex. Durch diese Komplexierung werden verschiedene Abwehrmechanismen aktiviert. und zu möglichen künftigen Therapien wie neuroprotektiven Medikamenten oder Substanzen, die im Krankheitsverlauf geschädigte MyelinscheideNervenfaserhülle, die das Axon umgibt und aus Myelin gebildet wird. wieder herstellen können.

Die immer größere Therapiepalette werfe jedoch Fragen hinsichtlich der exakten Positionierung jeder Substanz und von Therapieschemata auf, könnte aber auch den Weg zur personalisierten MS-Therapie vereinfachen, sagte Montalban: „Für eine tatsächlich personalisierte Medizin, die diesen Namen verdient, besteht in der MS-Therapie heute ein großer, nicht ausreichend erfüllter Bedarf. Die Prognose eines individuellen Patienten zu verstehen, das für diese Person am besten geeignete Medikament auszuwählen, die Wirkung und unerwünschten Wirkungen einer Substanz im konkreten Fall vorherzusagen – all das ist nicht einfach. Aber es gibt immer mehr Evidenz, unter anderem zu Biomarkern, die uns dabei unterstützt.“

Auf dem Weg zur Immunisierung

Auf großes Interesse unter MS-Experten stießen Forschungsarbeiten, bei denen versucht wird, körpereigene Blutzellen mit sieben unterschiedlichen MyelinAls Myelin bezeichnet man die Hüll- und Isoliersubstanz der Nervenfasern, die aus Lipiden und ProteineEiweiße besteht. Sie umgibt Nervenzellkörper und Axone und fördert die schnellere Weiterleitung einer Information. Im Zentralen Nervensystem wird es von OligodendrozytenGliazellen im ZNSZentralnervensystem, die Myelin im zentralen Nervensystem bilden., im peripheren Nervensystem von den Schwann-Zellen gebildet.-Peptiden zu verbinden, um dadurch eine Antigen-spezifische Toleranz zu erzielen. Ein anderer Ansatz besteht darin, spezifische Myelin-Peptide über ein Pflaster zu verabreichen, wie Montalban berichtete: „Eine beeindruckende Studie, die ein polnisches Forscherteam aus Lodz durchgeführt hat, zeigt das immun-regulierende Potenzial einer transdermalen Immunisierung von MS-Patienten mit MS-Peptiden. In einer ersten Studie mit 30 Patienten mit schubförmig-remittierender MS wurde eine deutliche Reduktion der Krankheitsaktivität gemessen. Das eröffnet den Weg zu neuen Verabreichungsformen von Peptiden, immer auf der Basis eines Immunisierungskonzeptes.“


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