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Fatigue und Inaktivität: Raus aus dem Teufelskreis!

Fatigue und Inaktivität: Raus aus dem Teufelskreis!
BIRMINGHAM (Biermann) – Die MS-bedingte Fatigue wird häufig als das schlimmste Symptom der Multiplen Sklerose bezeichnet und geht für die Betroffenen mit einer starken psychischen Belastung einher.

Über die Ursache der FatigueTypisches MS-Symptom: Es zeichnet sich durch sehr schnelle Ermüdbarkeit sowie körperliche und geistige Erschöpfbarkeit des Betroffenen aus. ist noch wenig bekannt, sie scheint aber zum einen mit der DemyelinisierungUnter Demyelinisierung versteht man die Schädigung sowie den Verlust von MyelinAls Myelin bezeichnet man die Hüll- und Isoliersubstanz der Nervenfasern, die aus Lipiden und ProteineEiweiße besteht. Sie umgibt Nervenzellkörper und Axone und fördert die schnellere Weiterleitung einer Information. Im Zentralen Nervensystem wird es von OligodendrozytenGliazellen im ZNSZentralnervensystem, die Myelin im zentralen Nervensystem bilden., im peripheren Nervensystem von den Schwann-Zellen gebildet. (= Substanz, die Axone und Nervenzellkörper schützt und isoliert). und dem Verlust von Nervenzellen im ZNS zusammenzuhängen, zum anderen auch durch MS-bedingte Komplikationen und Inaktivität hervorgerufen zu werden. 

Bei einer Online-Umfrage in den USA mit 1011 MS-Betroffenen fühlten sich 76 Prozent mindestens zweimal pro Woche stark erschöpft, mehr als jeder Zweite (54 %) fühlte sich im Berufsleben davon beeinträchtigt. 60 Prozent der Befragten gaben darüber hinaus an, dass die Fatigue ihre Fähigkeit zu körperlicher Aktivität einschränke. Dabei haben verschiedene Studien gezeigt, dass Bewegung die MS-bedingte Fatigue lindern kann. 

Die Frage nach der Henne und dem Ei

Um herauszufinden, auf welche Weise sich Fatigue und körperliche Aktivität bei MS gegenseitig beeinflussen, und mögliche Maßnahmen zu identifizieren, die MS-Betroffenen helfen können, aktiv zu bleiben oder zu werden, haben britische Wissenschaftler 19 Studien ausgewertet, die die Auswirkungen von Sport auf die Fatigue und vice versa untersucht hatten.

Dabei zeigte sich, dass eine während oder nach körperlicher Aktivität wahrgenommene Zunahme der Fatigue tatsächlich dazu führt, dass Menschen mit MS weniger Motivation für Sport verspüren und auch weniger Sport treiben. Dabei spielen nicht nur das Empfinden körperlicher Erschöpfung, sondern auch kognitive Einschränkungen wie Gedächtnis- oder Konzentrationsschwierigkeiten durch die Fatigue eine wichtige Rolle.

Auf der anderen Seite zeigte die Studienauswertung, dass viele MS-Betroffene mit Fatigue gar nicht wissen, dass und wie sportliche Aktivität zur Linderung ihrer Erschöpfung beitragen kann. Aber auch auf Seiten von Ärzten, Trainern oder Anbietern von Sportkursen besteht häufig noch Informationsbedarf, sodass Menschen mit MS, die eigentlich gerne Sport treiben möchten, sich nur unzureichend informiert fühlen. In der Folge bestehen Unsicherheiten, welche Sportarten sich bei MS eignen und in welchem Ausmaß diese betrieben werden dürfen.

Den Teufelskreis der Inaktivität durchbrechen

Entsprechend identifizierten die Forscher acht Motivationsfaktoren, die MS-Betroffene unterstützen können, trotz Fatigue aktiv zu bleiben oder zu werden: So sind neben der Überzeugung, dass Sport zu mehr Energie verhelfen kann, vor allem der spürbare Nutzen von Bewegung, sportliche Erfahrung und eine individuell angepasste Sportart sowie das individuell „richtige Maß“ die wichtigsten Voraussetzungen für einen sportlich aktiven Lebensstil mit MS. Eine gute professionelle Beratung, Sport in der Gruppe und soziale Unterstützung, zum Beispiel durch die Familie, helfen ebenfalls dabei, regelmäßig zur Sporttasche zu greifen. 

„Es gibt starke Beweise dafür, dass Bewegung die Fatigue von Menschen mit MS lindert. Wichtig ist dabei eine individuell geeignete Sportart und dass die körperliche Aktivität angenehm empfunden wird. Darüber hinaus hilft Trainingserfahrung dem Einzelnen, die ersten Symptome von Fatigue zu erkennen und zu interpretieren, sie reduziert die Angst vor den möglichen negativen Auswirkungen des Trainings und befähigt MS-Betroffene, eine Bewältigungsstrategie zu entwickeln, um den Teufelskreis der Inaktivität zu durchbrechen und Normalität beizubehalten“, schlussfolgern die Autoren.


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