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Hand in Hand um die ganze Welt

Patientengeschichte einer MS-Erkrankten: Hand in Hand um die ganze Welt
Vor einiger Zeit traf ein Brief in der aktiv mit MS-Redaktion ein – Absender war die über 70-jährige Roswitha S., die ihre Lebensgeschichte mit all denen teilen möchte, die Multiple Sklerose neu erfahren und lernen, damit zurechtzukommen.

Wir freuen uns immer wieder über solche Zusendungen und möchten Ihnen die Geschichte nicht vorenthalten. 

Roswitha war 27 Jahre alt, als sie morgens in ihrem Wohnort Heidenau bei Dresden mit einem „eingeschlafenen“ Daumen aufwachte. Da sie das Wochenende zuvor beim Skifahren war, dachte sie, sie wäre vielleicht auf ihn drauf gefallen. Doch zwei Tage später war ihre gesamte linke Hand „eingeschlafen“. Der Arzt deutete die Symptome als einfache Missempfindungen, die schon wieder weggehen würden. Als Therapiemaßnahme bekam sie Strom in den Arm.

Nach einigen Monaten ging es ihr besser und sie stand wieder vor Ihren Schülern. Eine Ärztin empfahl ihr zwar den Beruf zu wechseln, doch ein Leben als Lehrerin machte ihr einfach zu viel Spaß und sie ließ sich nicht davon abbringen. Als die damalige DDR-Bürgerin erfuhr, dass ihre Krankheit in der BRD bereits bekannt war, stellte sie einen Ausreiseantrag und siedelte 1982 mit ihrem Mann um. Sie studierte zum Teil noch einmal neu, um auch in der neuen Heimat als Lehrerin tätig sein zu können. Sie hatte einen riesigen Ehrgeiz und wollte mit 1,0 abschließen, aus Angst keine Stelle zu bekommen. Zum Schluss schaffte sie 1,7 und war glücklich. 

Im Hintergrund spürte sie aber immer, dass da irgendetwas mit ihrem Körper nicht stimmte. Aber dennoch: gemeinsam mit ihrem Mann begann sie nun die Welt zu bereisen – in über 140 Ländern waren sie unterwegs und bestaunten sehenswerte Orte. Vor vier Jahren verlor sie ihren Mann und ihre Beine fingen langsam an, nicht mehr das zu tun, was sie tun sollten. Seit drei Jahren hat Sie nun einen neuen Lebensgefährten an ihrer Seite, mit dem sie Hand in Hand noch gut durch die Innenstadt laufen kann.   

Und auch wenn ihre Orientierung und ihre Merkfähigkeit langsam nachlassen oder es ihr nicht mehr so gut gelingt, etwas anzuheben oder Schweres zu tragen, reist sie weiterhin an der Hand ihres Lebensgefährten durch die Welt. Vor kurzem bestaunten Sie Gran Canaria, spazierten am Meer entlang und genossen das beruhigende Rauschen der Wellen. Doch am schönsten und interessantesten fand Roswitha bisher die Galapagosinseln – mit ihrer wunderschönen und vielfältigen Tierwelt.   

Und egal auf welcher Insel oder in welchem Land sie war, es gab überall hilfsbereite Menschen um sie herum: Sei es der unterstützende Arm am Flughafen, der ihr bis zum Taxi angeboten wurde oder auch das Tragen ihres Koffers. Für all das ist sie sehr dankbar.

In nächster Zeit möchte sie sich einen Rollator kaufen, um weiterhin gut voranzukommen. Doch Roswitha, ist sehr froh, dass alles so gekommen ist, wie es ist. Sie möchte mit ihrem jetzigen Partner weiterhin nach dem Motto: „gib mir nur deine Hand, ich zeig dir morgen die Welt“ leben. 


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