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Ihre Rechte am Arbeitsplatz

Die Diagnose Multiple Sklerose trifft die Betroffenen oft aus heiterem Himmel. Viele Menschen die von ihrer Multiple Sklerose erfahren, fragen sich im ersten Moment: Droht jetzt die Kündigung?

Damit verbunden ist nicht nur die Frage, wie sich die MS-Diagnose auf das private Umfeld auswirkt, sondern auch, wie sie auf die berufliche Planung Einfluss nimmt. Muss der Arbeitgeber über die Multiple Sklerose überhaupt informiert werden? Wie verhalte ich mich am Arbeitsplatz und vor allem: Was, wenn ich wegen der MS nicht mehr die gewohnte Leistung liefern kann? Oliver Dünow, Rechtsanwalt aus Wüllfrath kennt diese Fragen von Multiple-Sklerose-Betroffenen und auch die Antworten. Dünow ist Fachanwalt für Familienrecht und wartet zurzeit auf seine Zulassung zum Fachanwalt für Arbeitsrecht. Er vertritt in seiner Kanzlei viele Mandanten, die von einer chronischen Erkrankung wie Multiple Sklerose betroffen sind. Dabei geht es vor allem um Fragen nach der Zulässigkeit von Kündigungen und der Übernahme von Kosten durch die Krankenkasse beim sogenannten Off-Label-Gebrauch.

Recht auf Diskretion

"Viele Multiple-Sklerose-Betroffene beschäftigen sich vor allem mit der Frage, ob bei einem bestehenden Arbeitsverhältnis der Arbeitgeber über die MS-Diagnose informiert werden muss", weiß Dünow. Grundsätzlich gilt: Der Arbeitgeber hat bei einem bestehenden Arbeitsverhältnis kein Informationsrecht. Eine Informationspflicht seitens des Arbeitnehmers besteht allerdings, wenn die eigene Sicherheit oder die von Arbeitskollegen oder Dritten durch persönliche Einschränkungen gefährdet wird. Sollte sich im Laufe der Zeit zeigen, dass die vereinbarte Arbeitsleistung durch die Multiple Sklerose nicht mehr erbracht werden kann, ist das kein Grund, den Arbeitgeber zu informieren. Ob Multiple-Sklerose-Betroffene ihre Situation offenlegen, liegt nicht zuletzt an dem Verhältnis zum Arbeitgeber.

Beruf und Multiple Sklerose: Das offene Gespräch suchen?

Wer das vertrauensvolle Gespräch sucht und seinen Arbeitgeber über seine persönliche Situation aufgrund der Multiple-Sklerose-Diagnose informiert, kann allerdings auch bestimmte Rechte geltend machen. "So hat der Arbeitgeber die Möglichkeit, auf die Bedürfnisse des MS-Betroffenen einzugehen, z.B. durch technische Anpassungen bei einer Seh- oder Bewegungsstörung", erläutert Dünow. Hilfreich bei dem Gespräch mit dem Arbeitgeber ist es auch, sich im Vorfeld bei dem Neurologen eine realistische Einschätzung über den möglichen Verlauf der MS einzuholen. Eine klare Aussage darüber kann zwar nicht getroffen werden, dennoch kann eine Prognose über eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit in einem überschaubaren zeitlichen Rahmen gemacht werden.

Kündigung wegen MS?

Wer seine Multiple-Sklerose-Erkrankung offenlegt und einen Schwerbehindertenausweis vorlegt, genießt besonderen Kündigungsschutz. Sollte eine Kündigung ausgesprochen werden, muss im Falle einer Schwerbehinderung das Integrationsamt gemäß § 85 SGB IX der beabsichtigten Kündigung vorher zustimmen. Solange das nicht der Fall ist, kann die Kündigung nicht wirksam ausgesprochen werden. In Betrieben mit mehr als zehn Mitarbeitern gilt das Kündigungsschutzgesetz; hier muss der Arbeitgeber jede Kündigung begründen und auf die besondere soziale Situation des Mitarbeiters eingehen.

Das Thema Multiple Sklerose im Vorstellungsgespräch ansprechen?

Gesetzlich ist im Rahmen eines Bewerbungsgesprächs um eine neue Stelle niemand dazu verpflichtet, die Diagnose Multiple Sklerose zu kommunizieren. "Allerdings gibt es hierAusnahmen", schränkt Dünow ein. Zum Beispiel, wenn der Bewerber aufgrund seines bisherigen Krankheitsverlaufes bzw. der ihm bekannten Multiple-Sklerose-Diagnose sicher weiß, dass er während seiner Arbeit ein latentes Risiko darstellt. So dürfte z.B. ein Kraftfahrer mit erheblichen Einschränkungen (z.B. eine Sehstörung) seine medizinische Situation bezüglich einer Multiple Sklerose nicht verheimlichen. "Ist der zukünftigeArbeitgeber über solche Informationen nicht im Bilde, kann er den Arbeitsvertrag im Nachhinein anfechten", weiß Dünow. Liegen zum Zeitpunkt des Bewerbungsgespräches allerdings keine akuten Beeinträchtigungen vor, muss der Bewerber eine Multiple Sklerose nicht thematisieren.


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