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Impfen und MS

Impfen und MS
Das Thema Impfen und MS ist vielschichtig, vieldiskutiert – und wirft entsprechend viele Fragen auf: Bei welchen Impfungen sollten Menschen mit MS besser vorsichtig sein und welche sind unbedingt zu empfehlen?

Können Impfungen einen Schub auslösen – oder kann eine ImpfungErzeugung einer Immunität zur Vorbeugung einer Erkrankung. Bei Impfungen werden aktive und passive Impfungen unterschieden. Bei passiven Impfungen werden lediglich Antikörper injiziert, die gegen den Erreger gerichtet sind und diesen im Falle einer Infektion unschädlich machen. Die aktive Impfung basiert auf der Einbringung einer geringen Menge an abgetöteten Keimen bzw. Erregern in den Körper. Das Immunsystem entwickelt gegen diese Erreger eine Immunantwort. Bei einer Infektion zerstört das derart programmierte Immunsystem den Erreger. sogar das Risiko erhöhen, überhaupt an Multipler Sklerose zu erkranken?

Hinsichtlich letzterer Befürchtung lieferten Wissenschaftler jüngst beruhigende Ergebnisse: Prof. Dr. med. Bernhard Hemmer, Direktor der Neurologischen Klinik und Poliklinik am TUM- Universitätsklinikum rechts der Isar, hat mit einem Team aus Wissenschaftlern der medizinischen Fakultät und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) die Daten von über 200.000 Personen ausgewertet.

Unter diesem großen bevölkerungsrepräsentativen Datensatz waren auch über 12.000 Menschen mit MS. Im Rahmen der in "Neurology" veröffentlichten Studie kamen die Forscher zu dem Fazit, dass ein Zusammenhang zwischen Impfungen und dem Auftreten von MS unwahrscheinlich ist. Bereits im Jahr 2014 kam ein anderes Forscherteam zu dem Ergebnis, dass Impfungen das langfristige Risiko für demyelinisierende Syndrome im zentralen Nervensystem (wie z. B. MS) nicht erhöhen.

Schwelende Störungen können offenkundig werden

Allerdings fanden die Autoren dieser Studie auch heraus, dass Impfungen kurzfristig die Umwandlung einer schwelenden in eine offenkundige Autoimmunstörung fördern können. Denn in den ersten 30 Tagen nach einer Impfung war das Risiko für demyelinisierende Störungen bei Personen unter 50 Jahren mehr als doppelt so hoch. „Wir fanden keinen langfristigen Zusammenhang zwischen Impfungen und dem Auftreten demyelinisierender Syndrome wie MS, was gegen eine kausale Verknüpfung spricht. Das kurzfristig erhöhte Risiko deutet darauf hin, dass Impfungen bei Personen mit der entsprechenden Störung den Übergang von einer subklinischen, noch verborgenen in eine offenkundige Autoimmunstörung beschleunigen”, schlussfolgerten die Wissenschaftler.

MS ist keine generelle Kontraindikation für eine Impfung

Eine bestehende Multiple Sklerose ist aber keine generelle Kontraindikation für eine Impfung, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) darstellt. Im Gegenteil wird vom RKI sogar betont, dass Infektionserkrankungen bei Menschen mit MS das Risiko für einen Schub erhöhen können, was die Wichtigkeit eines umfassenden Impfschutzes unterstreiche.

Da Impfungen zu Modulationen im ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern. führen, wäre es allerdings theoretisch auch denkbar, dass nach einer Impfung ebenfalls ein erhöhtes Schubrisiko bestehen könnte.

Entsprechende Annahmen werden von Betroffenen auch immer wieder diskutiert. In systematischen Studien und Übersichtsarbeiten konnten allerdings bislang keine Zusammenhänge zwischen Impfungen (z. B. gegen Tetanus, Hepatitis B oder Grippe) und einer Schubauslösung bei bereits diagnostizierter MS beobachtet werden.

Auch die DMSG kommt zu dem Schluss, dass Impfungen bei Menschen mit MS bis auf wenige Ausnahmen, die meist sogenannte Lebendimpfstoffe betreffen, vorgenommen werden können. Bei der Mehrzahl der gängigen Impfungen werden heute sogenannte Totimpfstoffe verabreicht, die nicht mehr vermehrungsfähige Krankheitserreger bzw. deren Bestandteile enthalten.

Grippeimpfung und MS

Bei der Grippe ist zu bedenken, dass die Erkrankung selbst das Risiko einer Schubauslösung erhöht. Daher sollten sich Menschen mit MS jedes Jahr gegen Grippe impfen lassen – idealerweise zwischen September und November. Die jährliche Impfung ist in diesem Fall nötig, da sich Influenza-Viren häufig verändern und die aktuellen Impfstoffe immer entsprechend angepasst werden müssen. In Zeiten von Corona ist dieser Impfschutz für Menschen mit MS besonders wichtig. Es ist bekannt, dass Co-Infektionen – zum Beispiel mit Pneumokokken oder auch Influenza A – die Infektionen mit Coronaviren deutlich verschlechtern können. Insofern sollten Menschen mit MS gerade in diesem Jahr besonders auf die Impfungen achten.

Allerdings rät die DMSG dazu, Impfungen „in einer stabilen Krankheitsphase, außerhalb eines Schubes und außerhalb einer Therapie mit Kortikosteroiden oder Immunsuppressiva“ vornehmen zu lassen, da während einer immunsuppressiven Therapie mit einem verringerten Ansprechen auf die Impfung zu rechnen ist.

 

Falls Sie das Thema interessiert, informieren Sie sich gerne hierzu in unserem aktiv mit MS Forum:  

www.aktiv-mit-ms.de/forum/topic/11681-hallo-alle-zusammen/?tab=comments#comment-153827


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