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Individuelle Therapie und Behandlungserfolg

BARCELONA (Biermann) – Der klinische Verlauf oder der Schweregrad der Multiplen Sklerose können bei den einzelnen Betroffenen stark variieren. Deshalb gibt es auch kein standardisiertes Behandlungsschema. Experten forderten beim Kongress der Europäischen Neurologengesellschaft in Barcelona entsprechend massive Anstrengungen in der Pharmakogenetik, um Erfolg und Nebenwirkungen von Medikamenten individuell vorhersagbar zu machen.

"Auch wenn uns mit der bevorstehenden Zulassung neuer Medikamente gegen MS eine Reihe zusätzlicher Behandlungsoptionen zur Verfügung steht, dürfen wir eines nicht aus den Augen verlieren: Eine MS ist nur dann gut in den Griff zu bekommen, wenn wir es schaffen, eine personalisierte, für den Einzelnen maßgeschneiderte Therapie anzubieten und Wirkungen und Nebenwirkungen eines Medikaments vorauszusagen. Leider stecken wir diesbezüglich immer noch in den Kinderschuhen", sagte Prof. Xavier Montalban vom MS-Zentrum Katalonien in Barcelona.

"Zunehmend kristallisieren sich die genetischen Ursachen für die unterschiedliche Wirksamkeit einzelner Medikamente heraus", erklärte Montalban. Dennoch gebe es bei derzeit 100 möglichen Biomarkern noch keine klare Tendenz. Dies zeige, wie komplex sich die MS-Forschung gestalte und wie weit sie noch von einer personalisierten Medizin entfernt sei, beklagte der Experte.

Personalisierte Therapie ist mehr als Genetik

Doch nicht nur genetische Faktoren entscheiden nach Ansicht Montalbans über den Erfolg einer Therapie. Zu einer personalisierten Behandlung gehörten auch die umfassende Information und Beratung der Betroffenen vor Behandlungsbeginn, damit diese sich klar für eine Therapieoption entscheiden können und diese dann auch mittragen, erklärte Montalban.

"Anfangs gehören ganz grundlegende Fragen geklärt: Was ist für die Betroffenen selbst ein Therapieerfolg? Was nehmen sie beim therapeutischen Drahtseilakt eher in Kauf: Nebenwirkungen oder frühzeitige Behinderung? Wie sieht die Familienplanung von Frauen aus?", sagte er.

Anschließend sei eine Überwachung und gegebenenfalls Adaptierung des Therapieerfolges entscheidend. "Um erfolgreich zu sein, muss jede Therapieentscheidung in enger Abstimmung mit den Betroffenen erfolgen. Ein personenzentriertes Vorgehen ist heute besser möglich denn je, denn MS bricht vor allem bei jungen Erwachsenen zwischen 20 und 40 aus, die in der Regel digital kompetent sind und über Internet oder Handy regen Kontakt mit den behandelnden Ärzten halten können. Die starke Einbindung der Betroffenen ist bei MS besonders wichtig, um die Compliance zu erhöhen", forderte Montalban.


Quelle:
ENS, 10. Juni 2013


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