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Medizinische Rehabilitation für Menschen mit MS

Medizinische Rehabilitation für Menschen mit MS
Aktiv am Leben teilnehmen und die Herausforderungen des Alltags meistern: Dieses Ziel haben wohl die meisten Menschen mit MS, die sich für eine Reha-Maßnahme interessieren.

Umso wichtiger ist es zu wissen, was Reha eigentlich bedeutet, wo entsprechende Maßnahmen angeboten werden und wer einen gesetzlichen Anspruch darauf hat.

Was bedeutet eigentlich Reha?

Wo umgangssprachlich oft von Reha die Rede ist, sprechen Fachleute von medizinischer Rehabilitation. Diese Bezeichnung kommt vom lateinischen „rehabilitatio“, was „Wiederherstellung“ bedeutet.  Daraus lässt sich bereits der entscheidende Unterschied zwischen Reha und Kur ableiten: Eine Kur dient der Vorsorge und hat das Ziel, drohende Krankheiten zu verhindern.  Die medizinische Rehabilitation soll hingegen einen beeinträchtigten Gesundheitszustand möglichst wiederherstellen – beispielsweise durch Krankengymnastik, Sprech- und Sprachtherapie, Physikalische Therapie oder Ergotherapie. Reha-Therapeuten können Patienten außerdem mit Hilfsmitteln versorgen, sie im Umgang mit Medikamenten schulen und psychologisch begleiten. 

Wann ist eine Reha bei MS sinnvoll?

Im Verlauf einer MS besteht die Möglichkeit, dass neurologisch bedingte Beeinträchtigungen auftreten. Neben der immunmodulierenden Basistherapie können Reha-Maßnahmen dazu beitragen, solche Verschlechterungen aufzuhalten und den Allgemeinzustand zu verbessern. Durch das Erlernen ausgleichender Fähigkeiten und des richtigen Umgangs mit Hilfsmitteln lassen sich sowohl die Selbstständigkeit im Alltag wie auch die Mobilität positiv beeinflussen.  Eine medizinische Rehabilitation kann bei MS ebenso nach einem akuten Schub sinnvoll sein, wie auch im chronischen Verlauf, wenn sich körperliche Funktionen verschlechtern.  

Ambulante oder stationäre Rehabilitation?

Die Beurteilung, ob und wann welche Reha-Maßnahme geeignet ist, hängt vom individuellen Verlauf und den persönlichen Umständen ab. Allerdings werden die Maßnahmen heute möglichst flexibel gestaltet, um den unterschiedlichsten Lebenssituationen gerecht werden zu können. Grundsätzlich sind zwei verschiedene Varianten zu unterscheiden: 

  • Ambulante Reha: Bei der ambulanten Reha hält sich der Betroffene tagsüber in der Einrichtung auf, verbringt jedoch die Abende und Nächte zu Hause. So können Menschen mit MS Reha-Maßnahmen wahrnehmen, ohne auf ihr gewohntes Umfeld verzichten zu müssen. Gegebenenfalls kann sogar das Berufsleben berücksichtigt werden. Bei der sogenannten berufsbegleitenden Rehabilitation erfolgt die medizinische Rehabilitation außerhalb der Arbeitszeiten.

  • Stationäre Reha: Eine stationäre Maßnahme kann von Vorteil sein, wenn verschiedene Therapieverfahren erforderlich sind, die alle innerhalb einer Reha-Einrichtung erreichbar sind. Gerade bei deutlich eingeschränkter Mobilität bietet sich ein Aufenthalt rund um die Uhr unter Umständen eher an als eine tägliche An- und Abreise. , 

Aufs Zertifikat achten: „Anerkanntes MS-Zentrum“

Um für Menschen mit MS eine unabhängige und verlässliche Richtlinie im Bereich der vorhandenen Therapie-Angebote zu schaffen, vergibt die DMSG das Zertifikat „Anerkanntes MS-Zentrum“. Diese Zertifizierung erhalten nur solche Einrichtungen, welche die strengen Kriterien des Ärztlichen Beirats des DMSG Bundesverbandes erfüllen.  Dazu zählen unter anderem eine standardisierte Befunderhebung und -dokumentation, leitliniengestützte Behandlungskonzepte durch spezialisierte Fachkräfte, eine barrierefreie Ausstattung sowie eine enge Zusammenarbeit mit der DMSG.  Außerdem wird je nach Einrichtungsart eine Mindestanzahl von jährlich behandelten Menschen mit MS definiert: Bei MS-Zentren mindestens 80 bzw. 120 (Praxen bzw. Ambulanzen), bei MS-Schwerpunktzentrum mindestens 400 und bei MS-Rehabilitationszentren mindestens 120 MS-Patienten.  Alle Einrichtungen, die ein aktuelles DMSG-Zertifikat besitzen, sind im DMSG-Verzeichnis online zu finden – sortierbar nach Entfernung zum Wohnort oder in alphabetischer Reihenfolge. 

Chancen einer Reha für Menschen mit MS

Eine medizinische Rehabilitation eröffnet Menschen mit MS die Chance, mit ihrer Erkrankung besser zurechtzukommen.  Motivation und Mitarbeit vorausgesetzt, können die abgestimmten Behandlungsformen und Schulungen die persönliche Mobilität auf Dauer erhöhen. Zudem kann Folgeschäden vorgebeugt und damit der spätere Hilfsmittel- und Pflegebedarf gesenkt werden.  Die positiven Effekte einer Rehabilitation halten bei Menschen mit MS etwa 6 bis 9 Monate an. Es wird daher empfohlen, jedes Jahr eine 4- bis 6-wöchige Reha-Behandlung durchzuführen. 

Wie wird eine Reha beantragt?

Eine medizinische Rehabilitation muss grundsätzlich schriftlich beantragt werden, gemeinsam mit dem Arzt. Weitere Informationen zur Beantragung bietet der Rechtstipp Beantragung einer Reha bei chronischer Erkrankung.