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Mit MS im Beruf: Produktiv, motiviert, aber unzureichend informiert

Eine Studie untersucht den Arbeitsalltag und die -bedingungen von Beschäftigten mit MS. Die meisten Betroffenen wünschen sich mehr Aufklärungsangebote zu rechtlichen und finanziellen Themen.

KÖLN (Biermann) – Wenn eine Multiple Sklerose (MS) diagnostiziert wird, stehen die Betroffenen meist voll im Berufsleben. Wie die Beschäftigten ihren Arbeitsalltag erleben und welche Maßnahmen den Verbleib im Job unterstützen können, hat nun die REHADAT-Studie „Mit Multipler Sklerose im Job“ ans Licht gebracht, die von der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft (DMSG) unterstützt wurde. 846 Erwerbstätige und Auszubildende mit MS hatten sich an der Umfrage beteiligt.

Den Angaben zufolge arbeiten zwei Drittel der Befragten in Vollzeit; bei fast ebenso vielen trat die MS im Arbeitsleben auf, rund ein Drittel wurde bereits mit der Diagnose eingestellt. Zu den am häufigsten genannten Symptomen zählten FatigueTypisches MS-Symptom: Es zeichnet sich durch sehr schnelle Ermüdbarkeit sowie körperliche und geistige Erschöpfbarkeit des Betroffenen aus. (75,4 %) und kognitive Einschränkungen (62,7 %), mehr als ein Viertel (29,7 %) fühlte sich durch Sehstörungen beeinträchtigt, knapp ein Viertel (23,8 %) der Befragten berichtete von Depressionen. Jeder sechste Umfrageteilnehmer (16,1 %) gab an, nicht durch MS-Symptome eingeschränkt zu sein.

Schwierigkeiten scheinen den Betroffenen vor allem Tätigkeiten zu bereiten, die eine hohe Konzentration erfordern, körperlich belastend sind oder mit viel Stress oder hoher Verantwortung verbunden sind. Etwa jeder zehnte Umfrageteilnehmer (11 %) gab an, noch alle Tätigkeiten bewältigen zu können.

Ein offener Umgang mit der MS und ihren Symptomen scheint sich positiv auf die Gestaltung des Arbeitsplatzes auszuwirken. So berichteten 60 Prozent derjenigen, die angegeben hatten, Kollegen und Vorgesetzte über ihre Diagnose in Kenntnis gesetzt zu haben, über einen angepassten Arbeitsplatz. Dagegen waren nur zehn Prozent der Arbeitsplätze angepasst, bei denen die MS verschwiegen wurde.

Als hilfreich empfinden die meisten Erwerbstätigen mit MS die Unterstützung durch Vorgesetzte, Kollegen sowie die Anpassung der Arbeitszeiten. Aber auch so einfache wie konkrete Maßnahmen wie ein eigenes Büro auf der Gebäudenordseite, das belastende Umwelteinflüsse wie Hitze oder Lärm zu reduzieren vermag, oder der eigene Drucker im Büro, um lange Wegstrecken zu vermeiden, gaben die Umfrageteilnehmer als hilfreich an.

Trotz der Unterstützung am Arbeitsplatz benötigen die meisten Beschäftigten (90,3 %) eine Beratung in Bezug auf die Arbeitssituation durch Mediziner und Therapeuten. Aufklärungsbedarf besteht vor allem zu rechtlichen und finanziellen Themen, beispielsweise zu den Rechten von Menschen mit einem GdB von unter 30 oder zu Umschulungsmaßnahmen. Zudem wünschten sich die Befragten kurze, leicht verständliche und leicht zugängliche Informationen.

Insgesamt zeige die Umfrage, dass es vielfältige und teilweise wenig aufwändige Möglichkeiten der Arbeitsgestaltung gebe, um die Leistungsfähigkeit und das Fachkräftepotenzial von jungen Berufseinsteigern und Berufserfahrenen mit MS langfristig zu sichern, schlussfolgern die Autoren der Umfrage.

Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage können unter rehadat.link/umfragems eingesehen werden.

Quelle: REHADAT, 29.07.2016


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