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Nahrungsergänzungsmittel bei MS

Grundsätzlich gilt: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. Neben dem bekannten Vitamin D und den Omega-3-Fettsäuren rücken auch Alpha-Liponsäure, Propionsäure und Biotin in den Fokus.

Könnten sie für Menschen mit Multipler Sklerose interessant sein? Wir gehen der Frage auf den Grund.

Die meisten MS-Therapien zielen darauf ab entzündliche Reaktionen des ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern. zu hemmen. Eine Unterstützung durch Nahrungsergänzungsmittel wird als Ergänzung zu zugelassenen Therapien dabei immer interessanter für Mediziner und Betroffene. Möchte man zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen, so sollte vor der Einnahme immer mit dem Arzt und/oder Neurologen Absprache gehalten werden.

Die Wirkung von Alpha-Liponsäure 

Bei Entzündungen, wie sie bei der MS vorkommen, aber auch bei Stress und vermehrter körperlicher Anstrengung, werden freie Radikale im Körper freigesetzt, die dann Zellstrukturen angreifen können. Alpha-Liponsäure, die besonders in rohem Fleisch in Form von Leber, Herz und Nieren sowie in Gemüsesorten wie Spinat, Brokkoli und Tomaten vorkommt, hat eine antioxidative Wirkung. Das heißt sie kann den Körper vor diesen freien Radikalen schützen.

Klinische Studien, die eine positive Wirkung von Alpha-Liponsäure in Form von Nahrungsergänzungsmitteln bei MS bestätigen, sind aber noch rar.

Propionsäure und der Einfluss auf den Darm

Die Verbindung zwischen Darm und Gehirn steht schon lange im Fokus der Forschung. So gibt es zunehmend Untersuchungen, die zeigen, dass die Zusammensetzung der Darmflora den Verlauf der MS beeinflussen kann. Hier kommt die Propionsäure ins Spiel, die neben anderen kurzkettigen Fettsäuren durch eine ballaststoffreiche Ernährung im Dickdarm gebildet wird. Diese kurzkettigen Fettsäuren haben einen regulatorischen Effekt auf die Oberfläche des Darmepithels und wirkt antientzündlich, sie können „gute" T-Zellen vermehren, die ihrerseits Entzündungsreaktionen eindämmen können.

Somit bieten sie eine zusätzliche Möglichkeit, eine positive Darmflora zu stärken. Bei einer Studie mit Propionsäure gaben Probanden mit MS an, sich nach der Einnahme fitter und wacher gefühlt zu haben. Ob dies jedoch auch bedeutet, dass sie den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst, ist noch unklar.

Biotin für den MyelinAls Myelin bezeichnet man die Hüll- und Isoliersubstanz der Nervenfasern, die aus Lipiden und ProteineEiweiße besteht. Sie umgibt Nervenzellkörper und Axone und fördert die schnellere Weiterleitung einer Information. Im Zentralen Nervensystem wird es von OligodendrozytenGliazellen im ZNSZentralnervensystem, die Myelin im zentralen Nervensystem bilden., im peripheren Nervensystem von den Schwann-Zellen gebildet.-Wiederaufbau?

Biotin ist ein wasserlösliches Vitamin und kommt vor allem in Hefe, Vollkorn, Käse, Eiern, Haferflocken oder Walnüssen vor. Es ist Bestandteil eines Enzyms, das an verschiedenen Prozessen im Körper beteiligt ist und antientzündlich wirken kann. Wissenschaftler gehen davon aus, dass hochdosiertes Biotin die Zerstörung der Myelinhülle, also der Schutzhülle unserer Nerven, verlangsamt und möglicherweise auch einen Wiederaufbau fördern kann. Studien dazu laufen bereits.

Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln: was ist zu beachten? 

Vitaminmangel sollte immer vermieden werden – bei Menschen mit und ohne MS. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass der Vitaminbedarf möglichst aus den natürlichen Varianten mittels einer ausgewogenen Ernährung gedeckt werden sollte. Darunter Vitamin D, welches den Krankheitsverlauf der MS positiv beeinflussen kann.


Wichtig ist es, den Arzt oder Neurologen in Kenntnis darüber zu setzen, welche Nahrungsergänzungsmittel man einnehmen möchte und über alle bekannten Effekte sowie mögliche Wechselwirkungen Bescheid zu wissen.

Propionsäure wird von der EU-Nahrungsmittelkontrolle und der FDA (Food and Drug Administration) als Nahrungszusatzmittel als unbedenklich eingestuft.

Auch Biotin und Alpha-Liponsäure sind im Regelfall gut verträglich. Wer aber hochdosiertes Biotin zu sich nehmen will, sollte das auf jeden Fall seinem Arzt mitteilen, denn einige Bluttest-Ergebnisse können dadurch verfälscht werden. Da für die Alpha- Liponsäure keine Daten bezüglich des Einsatzes bei Schwangeren existieren, sollte man da eher zurückhaltend sein.