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Selbstverwirklichung durch Schreiben

Selbstverwirklichung durch Schreiben Interview mit Kinderbuchautorin
Spaß am Schreiben hatte Nele Handwerker schon immer. 2017 entschied sie sich dann dazu, das Ganze professionell anzugehen. Wie ausgerechnet die MS ihr dabei half, diesen Schritt zu gehen, erzählt uns die 37-Jährige im Interview.

Frau Handwerker seit wann haben Sie die Diagnose und wie war es damals für Sie, zu erfahren, dass Sie MS haben? 

2003 hatte ich eine Optikusneuritis. Die Ärzte konnten die Ursache hierfür im ersten Moment jedoch nicht richtig diagnostizieren. Erst ein Jahr später wurde im Zuge einer Kontrolluntersuchung eine LumbalpunktionEntnahme von Liquor. Mittels einer Spezialkanüle wird in Höhe der mittleren Lendenwirbelsäule (unterhalb des Rückenmarkendes) eingestochen und eine geringe Menge Liquor aus dem Liquorraum rund um das Rückenmark entnommen. Eine Verletzung des Rückenmarkes ist fast ausgeschlossen, da dieses deutlich oberhalb der Einstichstelle endet. und ein MRT bei mir gemacht und ich erhielt die Diagnose MS. Zunächst war ich geschockt. Ich war 23 und hatte viel vor in meinem Leben. Ich dachte: Das geht jetzt alles nicht mehr. Anfangs habe ich mich komplett eingeigelt und niemandem erzählt, wie es mir geht. Heute ist das anders und ich kann sagen, dass ich mich letztendlich durch die MS getraut habe, das zu machen, was ich eigentlich will: Schreiben.

Können Sie das genauer beschreiben?

Ich bin durch die MS in einem gesunden Maße etwas egoistischer geworden. Ich habe seit der Diagnose mehr Selbstbewusstsein auch zu sagen: Nein, ich möchte das nicht, wenn etwas zu viel oder zu stressig wird. Ratschläge sind meistens gut gemeint, aber ich tue das, was mir guttut. Ich achte einfach mehr auf mich selbst und versuche den Teil, den ich in der Hand habe, so positiv wie möglich zu beeinflussen – zum Beispiel durch Glücklichsein. 

Wie kamen Sie dazu, Bücher für Kinder zu schreiben?

Spaß gemacht hat mir das Schreiben schon immer. Ich habe allerdings nie gedacht: Ich werde einmal Autorin. 2015 habe ich einen Kurs an der Volkshochschule zum Thema „Kinderbuch schreiben“ absolviert und hatte richtig Freude daran. Daraufhin habe ich das erste Mal bei einem Schreibwettbewerb mitgemacht und mich als Vorlesepatin für Kinder engagiert. Hier habe ich ein Gespür dafür bekommen, was Kinder mögen, was sie lustig oder spannend finden, wozu sie Fragen stellen.

Woher nehmen Sie die Inspiration für Ihre Texte?

Durch das Unterwegssein in der Natur. Mein Freund und ich reisen gerne und lieben neue Eindrücke. Wir fahren nie an den gleichen Ort in den Urlaub, machen oft Roadtrips und sind in der Natur. Das zentrale Thema meines Schreibens ist deshalb Natur und Tiere. Oft kommen mir Ideen beim Beobachten von Tieren oder Menschen. Wie diese interagieren – Mimik, Gestik. Das inspiriert mich. Ich gehe auch gern in Ausstellungen und lese viel. So kommen viele Querideen und Inspirationen, die ich aufschreibe.

Was bedeutet das Schreiben für Sie?

Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung. Ich kann entscheiden wie viel ich zu welchem Zeitpunkt mache. Ich kann mich frei weiterentwickeln. Das Schreiben macht MIR unglaublichen Spaß, aber ich würde auch gerne anderen Leuten eine Freude bereiten.

Bücher haben mir immer sehr geholfen – besonders im Umgang mit der MS. Es wäre schön, wenn eines Tages andere eine gute Zeit haben während sie mein Buch lesen oder Mut finden durch die Inhalte. Und wenn das zehn Leute sind oder auch nur einer, die ich glücklich mache, dann ist das schön.

Was möchten Sie anderen Betroffenen mit auf den Weg zu geben?

Ich finde es wichtig, dass man sich auf die Suche nach dem begibt, was einen glücklich macht und versucht, dafür mehr Zeit zu finden. Dass man Grenzen setzt und sagt: Ich möchte MIR etwas Gutes tun, indem ich male, schreibe, in den Chor gehe oder was auch immer. Wenn man dieses Etwas gefunden hat und sich Zeit dafür nimmt, ist man meist glücklicher.

Weitere Informationen zu Nele Handwerker und Ihren Projekten finden Bücherwürmer unter www.nelehandwerker.de



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