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Stimulation des Gehirns lindert Fatigue

Stimulation des Gehirns lindert Fatigue
Durch auf der Kopfhaut angebrachte Elektroden (transkranielle Gleichstromstimulation) oder Magnetfelder über dem Kopf (transkranielle Magnetstimulation) lässt sich das Gehirn stimulieren. Wie nun zwei Studien belegen, können diese beiden Verfahren die Fatigue deutlich lindern.

NEW YORK (Biermann) – Die FatigueTypisches MS-Symptom: Es zeichnet sich durch sehr schnelle Ermüdbarkeit sowie körperliche und geistige Erschöpfbarkeit des Betroffenen aus. zählt zu den häufigsten und belastendsten Begleiterscheinungen der Multiple Sklerose. US-amerikanische Forscher und deutsche Forscher haben nun unabhängig voneinander gezeigt, dass zwei nicht invasive Stimulationsverfahren des Gehirns (transkranielle Gleichstromstimulation, tDCS, und transkranielle Magnetstimulation, TMS) die chronische Erschöpfung deutlich lindern können.

Bis zu 75 Prozent der Betroffenen berichten, dass die Fatigue zu den am stärksten einschränkenden Symptomen der MS zählt. Als Behandlungsoptionen stehen Medikamente, psychotherapeutische Interventionen oder sportliche Aktivitäten in der Diskussion, allerdings sprechen nicht alle Betroffenen auf diese Maßnahmen an.

Eine neue Option, die chronische Erschöpfung bei MS zu lindern, haben nun Wissenschaftler der Medizinischen Universität in New York in einer kleinen Studie mit 27 Teilnehmern untersucht. Die Stimulation erfolgte über eine Art Stirnband, über das elektrische Impulse an den präfrontalen Kortex abgegeben wurden. Die Studie erstreckte sich über vier Wochen, die Behandlung erfolgte an fünf Tagen pro Woche für jeweils 20 Minuten. Während dieser Zeit absolvierten die Teilnehmer ein Computerspiel, über das die Verarbeitungsgeschwindigkeit im Gehirn und das Arbeitsgedächtnis getestet wurden. Bei zwölf Teilnehmern fand nur eine Scheinbehandlung statt.

Zu Beginn der Studie sowie nach 20 Sitzungen beurteilten die Studienteilnehmer mithilfe eines Fragenbogens die Schwere ihrer Fatigue. Dabei zeigte sich, dass bei den Probanden mit tatsächlicher Stimulation die Fatigue signifikant stärker zurückgegangen war als in der Gruppe mit Scheinbehandlung (-5,6 Punkte vs. +0,9 Punkte). Darüber hinaus schienen vor allem die Probanden am meisten zu profitieren, die am stärksten von der Fatigue betroffen waren.

Magnetfelder gegen chronische Erschöpfung

Ähnliche Ergebnisse erzielte auch das Forscherteam um Prof. Friedemann Paul am Klinischen Forschungszentrum des Exzellenzclusters NeuroCure (NCRC) durch die Stimulation des Gehirns mithilfe eines Magnetfeldes (transkranielle Magnetstimulation, TMS). Die Studienärzte hatten 33 Teilnehmer mit Fatigue dreimal wöchentlich für 20 Minuten sechs Wochen lang mit TMS behandelt. Mittels einer Spule über dem Kopf der Patienten wird ein Magnetfeld induziert, das auf die Nervenzellen und ihre Verbindungen im Gehirn einwirkt. Eine Kontrollgruppe wurde mit einer Scheinstimulation behandelt.

„Bei der TMS-Behandlung konnten wir keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachten, daher ist die Verträglichkeit dieses nicht invasiven elektrophysiologischen Verfahrens besonders hervorzuheben“, erklärte Paul.

Eine Folgestudie soll nun an einer größeren Zahl von Studienteilnehmern die Wirksamkeit dieser Methode belegen und dazu beitragen, dass TMS zur Behandlung von Fatigue bei Multipler Sklerose im klinischen Alltag zur Anwendung kommt.

Quellen:
Multiple Sclerosis, 22. September 2017; doi: 10.1177/1352458517732842;
Neurol Neuroimmunol Neuroinflamm 2018;5(1): e423; doi: 10.1212/nxi.0000000000000423



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