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Was wünschen sich MS-Betroffene von ihrem Arzt?

BERN (Biermann) – Bei der Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) kommt es auf eine langfristig gute Therapietreue an, da andernfalls, beispielsweise bei längerem Aussetzen der Medikation, das Risiko für einen akuten MS-Schub steigen kann.

Ob sich MS-Betroffene an die Empfehlungen ihres Arztes und die verordnete Therapie halten, hängt nicht zuletzt davon ab, wie zufrieden sie mit der Behandlung und dem Verhältnis zu ihrem Arzt sind. Welche Faktoren dies beeinflussen und welche Themen MS-Betroffene intensiver mit ihrem Arzt besprechen möchten, haben jüngst Schweizer Wissenschaftler untersucht.

Dazu befragten PD Dr. Christian Kamm vom Inselspital Bern und Kollegen 386 Personen mit schubförmig-remittierender MS, die ihre Diagnose nach 1995 erhalten hatten, zu ihren Erfahrungen mit der ersten diagnostischen Beratung.

Dabei zeigte sich, dass ein ausführliches Gespräch von mehr als 20 Minuten Länge, das viele Themen abdeckte, die Anwesenheit eines nahe stehenden Menschen und die gemeinsame Entscheidungsfindung (shared decision making) hinsichtlich der Therapie die Zufriedenheit der Studienteilnehmer mit der ersten diagnostischen Beratung signifikant positiv beeinflussten.

Das Fehlen einer spezifischen Diagnose war hingegen der Hauptgrund für eine geringe Zufriedenheit. Nur unzureichend informiert fühlten sich die Studienteilnehmer über die langfristigen Folgen der MS (berichtet von 6,7 % der Teilnehmer), psychologische Aspekte (6,2 %) und darüber, wie und wo sie Unterstützung und weitere Informationen erhalten beziehungsweise finden können (5,2 %).

Ein Gespräch von mehr als 20 Minuten über viele MS-relevante Themen, eine klare Kommunikation der Diagnose, die Anwesenheit eines nahen Verwandten oder einer anderen wichtigen Person sowie gemeinsam mit dem Arzt getroffene Entscheidungen erhöhen die Zufriedenheit von MS-Betroffenen mit dem ersten diagnostischen Gespräch und können so die Therapietreue fördern, schlussfolgern die Autoren.


Quelle:
J Neurol, 8. Oktober 2019; doi: 10.1007/s00415-019-09563-y.