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Was bedeutet eigentlich „Myelin“?

Was bedeutet eigentlich....
RRMS, PML oder EDSS – wer sich mit dem Thema Multiple Sklerose beschäftigt, stößt oft auf komplizierte Fachbegriffe oder unverständliche Abkürzungen. Unsere Serie „Was bedeutet eigentlich…?“ erklärt die wichtigsten Begriffe rund um die MS. Heute: „Myelin“.

MyelinAls Myelin bezeichnet man die Hüll- und Isoliersubstanz der Nervenfasern, die aus Lipiden und ProteineEiweiße besteht. Sie umgibt Nervenzellkörper und Axone und fördert die schnellere Weiterleitung einer Information. Im Zentralen Nervensystem wird es von OligodendrozytenGliazellen im ZNSZentralnervensystem, die Myelin im zentralen Nervensystem bilden., im peripheren Nervensystem von den Schwann-Zellen gebildet. besteht zum Großteil aus LipideSammelbezeichnung für Fette und fettähnliche Stoffe. (darunter Phospholipide und Cholesterin) sowie aus Wasser und Eiweißen. Im zentralen ebenso wie im peripheren Nervensystem umhüllt die weißliche Substanz die langen, dünnen Ausläufer von Nervenzellen, die sogenannten AxonAxone sind Fortsätze von Nervenzellen. Sie stellen die Verbindung zwischen den Nervenzellen und den ihnen nachgeschalteten Erfolgszellen, z.B. Muskelzellen, her und dienen der Kommunikation im Nervensystem. Axone werden von Hüllzellen umgeben. Diese bilden Myelin und überziehen die Axone mit einer weißlichen MyelinscheideNervenfaserhülle, die das Axon umgibt und aus Myelin gebildet wird. (Markscheide). Die Myelinscheide schützt die Axone und beschleunigt die Leitung der Nervenimpulse.. Lange wurde angenommen, diese Myelinscheiden würden ausschließlich der elektrischen Isolierung dienen, in etwa wie die Schutzhüllen bei elektrischen Kabeln. Heute wissen wir, dass Impulse an einer myelinisierten Nervenfaser erheblich schneller vorwärtskommen. 

Zerstörung von Myelinscheiden bei Menschen mit MS

Bei Menschen mit Multiple Sklerose richtet sich aufgrund ihrer chronischen AutoimmunerkrankungEine Autoimmunerkrankung ist ein Prozess, bei dem sich Immunzellen gegen körpereigene Strukturen richten und diese zerstören. Neben der Multiplen Sklerose zählt auch die Rheumatoide Arthritis zu derartigen Autoimmunerkrankungen. ein Teil des Abwehrsystems gegen den eigenen Körper. Kommt es dabei zur Schädigung von Myelinscheiden, können Nervenimpulse in diesem Bereich nicht mehr optimal übertragen werden.

Je nach Ort und Art der Zerstörung können die Betroffenen dann beispielsweise Missempfindungen spüren, mit Gangunsicherheiten konfrontiert werden oder Sehprobleme bekommen.  Wissenschaftler suchen daher intensiv nach Möglichkeiten zur Regeneration der Myelinhüllen um die Nervenfasern. So gelang es beispielsweise europäischen Forschern, mit dem Asthmawirkstoff Theophyllin die Myelinscheide wiederherzustellen – bislang allerdings nur am Mausmodell. 


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