02.09.2026 – Gesundheit & Psyche
Alltagshelfer bei Hitze: Kühlwesten & Co.

Warme Temperaturen, direkte Sonneneinstrahlung oder aufgeheizte Räume: Viele Menschen mit MS spüren schnell, dass Hitze ihren Körper besonders fordert. Beschwerden wie Müdigkeit, Schwäche oder Sehstörungen können vorübergehend stärker werden. Doch es gibt Möglichkeiten, gezielt gegenzusteuern – und sich so ein Stück Energie und Lebensfreude zurückzuholen. Besonders gut etabliert sind Kühlwesten, die unter oder über der Kleidung getragen werden.
Kühle Unterstützung für warme Tage
Solche Kühlwesten enthalten Kühlakkus, Gelpacks oder spezielle Materialien, die überschüssige Wärme aus dem Körper ableiten. Der Ärztliche Beirat der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) empfiehlt ihren Einsatz ausdrücklich für Menschen mit MS, die empfindlich auf Wärme reagieren1, also unter dem sogenannten Uhthoff-Phänomen leiden. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass eine moderate Abkühlung bei wärmeempfindlichen MS-Betroffenen vorübergehend Belastbarkeit und Wohlbefinden verbessern kann.1 So unterstützt, können viele Betroffene Alltagssituationen wie Spaziergänge, Einkaufen oder Treffen mit anderen besser bewältigen.
Welche Kühlhilfen für MS gibt es noch?
Neben Kühlwesten haben sich weitere praktische Alltagshelfer bewährt:
- Kühl-Halstücher und -Schals sind leicht, unauffällig und auch unterwegs angenehm zu tragen. Über die großen Blutgefäße am Hals kann der Körper Wärme ableiten.
- Kühlkappen oder -mützen helfen an heißen Tagen oder bei starker Sonneneinstrahlung nicht zu überhitzen – etwa auf Ausflügen oder im Urlaub.
- Kühlende Arm- oder Beinmanschetten können vor allem bei Bewegung lokal Erleichterung bringen, etwa beim Spazierengehen oder Einkaufen.
- Kleine Kühlpads können zwischendurch Erleichterung bringen: zum Beispiel im Nacken, an den Handgelenken oder an den Oberschenkeln.
Abkühlung im Alltag: kleine Tipps – großer Effekt
Doch auch einfache Maßnahmen können eine Hilfe sein:
- Die kühleren Morgen- oder Abendstunden für Aktivitäten nutzen
- Lauwarmes statt eiskaltes Duschen (schont den Kreislauf)
- Leichte, atmungsaktive Kleidung aus Naturfasern tragen
- Ausreichend trinken, am besten Wasser oder ungesüßten Tee
- Räume beschatten und lüften, gezielt Ventilatoren einsetzen
- Auf die Signale des Körpers achten und Pausen einlegen
Unterstützung holen und möglichst aktiv mit MS bleiben
Hitze kann eine echte Herausforderung sein. Es muss aber nicht unbedingt sein, dass das Leben im Sommer stillsteht. Wer sich unsicher ist, darf und soll sich ärztlichen Rat einholen. Kühlhilfen, wie Westen, Tücher oder kleine Pads sind kein Zeichen von Schwäche, sondern eine kluge Unterstützung – und können wärmeempfindlichen MS-Betroffenen helfen, den eigenen Alltag mit MS möglichst selbstbestimmt zu gestalten.