12.09.2025 – Gesundheit & Psyche
MS & Entspannung: Achtsamkeitstraining

Die überarbeitete Multiple Sklerose Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie DGN betont die Bedeutung eines geeigneten Lebensstil-Managements bei MS. Dabei werden ausdrücklich auch akzeptanzorientierte Techniken1 genannt, zu denen Übungen der Achtsamkeit zählten. Auch zur positiven Beeinflussung einer beeinträchtigenden Fatigue empfiehlt die aktuelle MS-Leitlinie das Achtsamkeitstraining.1
Was ist Achtsamkeitstraining?
Achtsamkeit bedeutet, mit einer offenen und akzeptierenden Haltung im Hier und Jetzt zu sein, ohne zu bewerten. Dabei geht es also nicht darum, etwas zu verändern, sondern bewusst wahrzunehmen, was im Moment gerade ist. Ein Ziel des Achtsamkeitstraining ist es, die gegenwärtige Realität besser akzeptieren zu lernen. Begründet ist das Prinzip der Achtsamkeit im Buddhismus. Dabei stand ursprünglich die spirituelle Entwicklung im Fokus. Heute üben viele Menschen Achtsamkeit, um weniger Stress und mehr Wohlbefinden zu erreichen.
Einfache Achtsamkeitsübungen zum Auspropieren
Viele Achtsamkeitsübungen lassen sich unkompliziert in den Alltag einbauen. Hier einige Beispiele zum Ausprobieren:
- Bewusstes Atmen im Sitzen: Suche dir einen ruhigen Platz, setze dich aufrecht hin und richte deine Aufmerksamkeit bewusst auf den Atem. Beobachte für einige Minuten, wie der Atem kommt und wie er geht, ohne ihn zu beeinflussen. Wenn Gedanken auftauchen, lasse sie vorbeiziehen und lenke die Aufmerksamkeit zurück zum Atem.
- Aufmerksames Gehen: Gehe langsam und bewusst, Schritt für Schritt, ohne Ablenkung durch Handy oder Gespräche. Richte deine Aufmerksamkeit dabei auf das Aufsetzen und Abrollen deiner Füße. Spüre, wie sich der Untergrund anfühlt und die Empfindung verändert (übe dies nur, wenn du dich beim Gehen sicher fühlst).
- Genaues Beschreiben: Suche dir einen beliebigen Gegenstand aus, den du gerade parat hast. Das kann zum Beispiel ein Apfel sein, eine Blume oder auch ein Stift. Beschreibe dann gedanklich, was du siehst, fühlst und riechst. Nimm dir Zeit dafür und achte auch auf Kleinigkeiten.
Wenn dir Achtsamkeitsübungen nicht liegen, versuche es doch mal mit einer anderen Entspannungsmethode, beispielsweise mit der Progressiven Muskelrelaxation.